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Handwörterbuch der Philosophie
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Rechtsphilosophie. 545 setze", welche die Götter geben und die überall gelten Memprabil. IV, 4, 12 ff.). PLATON gründet seine Staatsphilosophie (s. d.) auf die Idee der Gerechtigkeit (s. d.). Nach ARISTOTELES gibt es ein allgemeines natür- liches Recht dlxaiov, Eth. Nikom. V, 10). Das R. ist die Ordnung der Staatsgemeinschaft I, 2) und dient dem sittlich-guten Leben (vgl. Die begründen die Naturrecht. Infolge der in allem wirksamen Weltvernunft gibt es nur Recht und ist göttlichen Ursprungs und in der rechten Vernunft gegründet. Es gibt eine „lex naturae", eine „nata lex" (CICERO, De republ. II, 1 ff.; SENECA, Epist. 47, 31, u. a.). Die (von der Stoa beeinflußte) römische Jurisprudenz bestimmt das Naturrecht („ius gentium") als das, was die Natur alle Wesen lehrte („quod animalia docuit", „quod naturalis ratio apud homines constituit", Institut. I, 2, 2; II, 1, 2: „ius naturale"). Aus Konvention und Nützlichkeitserwägungen leiten das R. ab EPIKUR (Diogen. Laert. X, 150 ff.), KARNEADES (Diog. L. IX, 61). Die Scholastik leitet das (natürliche) R. aus dem göttlichen, ewigen Ge- setz („lex aeterna") ab, betont aber auch die soziale Bedeutung des Rechts (vgl. THOMAS, Sum. theol. II, 91, Contra Gent. III, 129). In der Neuzeit wird vielfach die Lehre vom „Naturrecht" als dem der Natur der Dinge entsprechenden, der menschlichen Natur gemäßen, in ihr (bzw. der Vernunft) wurzelnden Recht aufgestellt. Teilweise wird es auf den göttlichen Willen zurückgeführt, der es dem Menschen eingepflanzt hat. So nach ME- OLDENDORP, N. HEMMING, B. WINKLER, D. SOTHO, MOLINA U. a. — HUGO GROTIUS, der (wie schon ALBERICUS GENTILIS) das Völkerrecht be- gründet, unterscheidet vom das „menschliche" R. Dieses wieder ist „positiv („voluntarium", „ius civile") oder „natürlich" („naturale"). Das R. ist unveränderlich, es liegt in der menschlichen Natur und Ver- nunft, ist ihr angemessen und ist eine Bedingung der Erhaltung mensch- lichen Gesellschaft. Das positive R. ist eine Anwendung des (De iure belli et pacis, 1625). Der Staat ist durch Vertrag entstanden, der schon Geselligkeitstrieb voraussetzt. Dies lehrt auch S. VON PUFENDORF, der von GROTIUS und HOBBES beeinflußt ist. Das Naturrecht ist das R., welches mit •der vernünftigen Natur des Menschen übereinstimmt und Bedingung einer friedlichen Gesellschaft ist. Der Naturzustand der Gewalt ist fiktiv (De iure naturae et gentium, 1762; De officio hominis et 1673). LEIBNIZ unter- scheidet drei Grade des Rechts: „ius strictum", „aequitas", mit den „neminem laedere", cuique tribuere", „honeste CHR. THOMASIUS leitet das Naturrecht von Gott her und bezieht es auf die soziale Natur des Menschen iurisprudentiae divinae H. v. U. a., auch CHR. WOLFF iuris natur. et gentium, 1750; vgl. § 277), nach welchem das öffentliche Wohl das höchste gesetz ist. Die neuere Vertragstheorie nach welchem im ein „Kampf aller, gegen alle" („bellum contra und jeder ein Recht auf alles hat („homo homini Vor diesem Zustande bewahren nun Furcht und die Gebote der rechten Vernunft, man verzichtet auf die eigene Macht zugunsten des „Leviathan", des alles sich unterordnenden Staatskörpers, der dem Schutze und Wohle der Menschen (De cive I; II; De corpore politico; The Elements of Handwörterbuch. 35
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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