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Handwörterbuch der Philosophie
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Größen, in bestimmter Ordnung oder Gesetzmäßigkeit, welche den Gesamt- verlauf der (mathematischen) Reihen (der endlichen wie der unendlichen) ein- heitlich regelt. Vgl. FRIES, Naturphilos., 1822, S. 58; G. F. LIPPS, 1906, S. NATORP, Die logischen Grundlagen der Wissenschaften, 1910. — K. SCHRÖTTER, Die Wurzeln der Phantasie, Jahrbuch Philos. Gesellschaft zu Wien, 1912 („Biopsychische Reihe" „eine Summe von psychischen Inhalten, die dem Sinne nach zusammen- gehören"). Psychologisch bedeutet die „Reihe" (Vorstellungsreihe; vgl. schon ARIS- TOTELES, De 2; Leviathan 3; HARTLEY, FEDER: „Ideen- Reihen", u. a.), besonders seit HERBART (Psychol. als Wissenschaft, § Lehrb. zur Psychol.8, S. 26 ff.), einen Vorstellungsablauf, welcher infolge Asso- ziation der Glieder desselben miteinander die einzelnen Vorstellungen in be- stimmter Ordnung reproduzieren läßt. Es gibt auch „Reihengewebe", Zu- sammenhänge Reihen mit Reihen, insbesondere auch (einander störende) sich „kreuzende" Reihen, ferner „rekurrente" Reihen (vgl. VOLKMANN, Lehrb. d, Psychol. I4, 460 ff.). Die Reihenbildung ist ein wichtiger Faktor des Lernens, Memorierens. Nach neuerer Anschauung (STEINTHAL, LIPPS U. a.) besteht, der Formulierung M. gemäß, ein „Prinzip des einseitigen der Dispositionsanregung innerhalb einer Assoziationsreihe" (Das Gedächtnis8, 1911, S. 135 ff.; vgl. Reproduktion; LIPPS, Leitfaden der Psychol.8, 1909, S. 102). — Nach R. besteht das seelische Leben nur aus „Reihen" primärer und sekundärer „Vorkommnisse" (Der Mechanismus des geistigen Lebens, 1906, S. 179 ff.). Vgl. Parallelismus. Rein: ohne fremden, nicht zur Sache gehörenden Zusatz, frei von heterogenen Bestandteilen; z. B. ist eine Gesinnung „rein" (lauter), wenn sie nichts Amoralisches und Antimoralisches enthält. Theoretisch ist „rein" zunächst das Mathematische in einer exakten Wissenschaft, weil es nur die Form, nicht den Inhalt der Anschauung betrifft. Reine Anschauung ist die (begriff- lich fixierte) Anschauungsform, die räumlich-zeitliche Verknüpfung möglicher Wahrnehmungsinhalte (vgl. Anschauungsform). Reine desbegriffe sind die Kategorien (s. d.), reine Vernunftbegriffe die Ideen (s. d.). das Denken der Denkgesetzlichkeit selbst, der Inbegriff der auf die intellektuelle, logische Verknüpfung, Verarbeitung des Erfahrungsstoffes sich beziehenden Begriffe oder logischen, apriorischen (s. d.) Geltungen, sofern sie (in der Abstraktion) vom Erfahrungsinhalt unterschieden, gesondert werden, aber auch schon in deren konkreten Anwendung auf die Anschauung. ist das Denken in seiner von Erfahrung (und Induktion) unabhängigen, selbst- eigenen Gesetzlichkeit und Normalität (s. Denkgesetze, Logik). Ver- ist die Fähigkeit apriorischer Erkenntnis oder der Inbegriff apriorischer und Denkgesetzlichkeit, der apriorischen, transzendentalen (s. d.) Erfahrungs- und Erkenntnisbedingungen, der apriorischen Geltungen Reine Erfahrung soll die von allen „Denkzutaten", Hypothesen, Fiktionen befreite, nichts als Wahrnehmung des „Gegebenen" enthaltende Erfahrung (vgl. Empiriokritizismus, Introjektion). Ich ist die „Ichheit" als solche, das Ich in seiner allgemeinen, überindividuell giltigen Funktionsweise und Funktionsgesetzlichkeit. Reines Subjekt ist das
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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