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Relativität — Religion.
NELSON U. a. Vgl. E. KOCH, Zur Relativität der Erkenntnis, 1894; ADICKES,
Zeitschr. f. Philos., 116. Bd. — Vgl. Wahrheit, Wert, Sittlichkeit,
vismus, Pragmatismus, Skeptizismus, Logik, Verstand (BERGSON).
Relativität psychischer Größen die Tatsache, daß
Größen nur nach ihrem relativen Werte verglichen werden können (WUNDT,
Grundr. d. Psychol.5, 1902, S. 308). Vgl. SPENCER, Psychol., § 65, 1882 ff.;
The Senses and the Intellect3, 1894, S. 8; Handbook of
P, 1890, K. 4; HÖFFDING, Der menschliche Gedanke, 1911 (Alles, was
kannt wird, steht in bestimmten Relationen. „Innerhalb der
Relation ist die Erkenntnis absolut").
heißt eine neue Theorie der Physik, nach
Raum- und Zeitgrößen nur relativ sind und nicht mehr unabhängig von
ander bestimmt werden können, ja auch der Begriff des starren Körpers und
die „Masse" eines Körpers sind hiernach nichts Konstantes, sondern
von der Bewegung des Körpers gegen einen Beobachter, für welchen sich
Länge, Zeit, Geschwindigkeit ändern. Die (elektrische) Masse (s. d.) wächst mit der
Geschwindigkeit. Die Zeit wird als vierte Dimension eines Systems betrachtet,
dessen drei übrige Dimensionen der Raum darstellt. Die Lichtgeschwindigkeit
im leeren Raum gilt als absolute Naturkonstante und als höchstmögliche
schwindigkeit; überhaupt hängt die R. mit der Äthertheorie und der
trischen Theorie der Materie zusammen. Doch ist zu betonen, daß bei
Relativität in der Messung empirischer Größen die Forderung von
stanten im Sein wie im Geschehen aufrechtbleibt und als regulatives For-
schungsprinzip dient, mögen auch Konstanten, die als solche bisher galten,
relativ sich herausstellen und auf weiter zurückliegende Konstanten
hinweisen (vgl. NATORP, Die log. Grundlagen der exakten
1910). An der R. sind beteiligt: MICHELSON und MORLEY, H. A.
A. EINSTEIN, MINKOWSKI (Raum und Zeit, 1909), M. PLANCK (Über
Prinzip der R., 1909; Zeitschrift XI, 1910) u. a. Vgl. E. COHN,
Physikalisches über Raum und Zeit, 1911; A. MOSZKOWSKI, Archiv f.
Philos., Bd. 17, 1911; M. LAUE, Das Relativitätsprinzip2, 1913; Jahrbücher d.
Philos. I, PETZOLDT, Die R., d. deutschen physik.
XIV, 1912; A. Das Relativitätsprinzip, 1912. — Vgl. Atom, Äther,,
Relativismus.
Religion (religio, nach CICERO, De natura deorum II, 28, 72, von
gere, durchgehen, berücksichtigen; nach LACTANTIUS, Institut. IV, 28, von
religare, binden) ist die Stellungnahme des Menschen zum Unendlichen,
Göttlichen, die aus dem Willen zur Einheit mit dem All entspringende
ehrungsvolle Hingebung an die allem Endlichen, Zeitlichen überlegene All-
Macht, von der sich der abhängig fühlt, die er aber zugleich von
aus als geistige Macht, als ein ihm im Grunde Verwandtes deutet und
und zu der er sich in lebendige, wirksame Beziehung zu setzen strebt, um
Stütze für seine Endlichkeit und Beschränktheit zu finden. „Religiös"
weiteren Sinne ist, wer an überlegene, hohe, ideale Mächte glaubend,
Leben und Handeln, seine ganze Gesinnung von diesen Mächten beeinflussen
läßt, wie immer er sich auch diese Mächte denken mag. Die R. ist
psychologisch durch das Seelenleben als Ganzes bedingt, an ihr hat das
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Handwörterbuch der Philosophie
- Titel
- Handwörterbuch der Philosophie
- Autor
- Rudolf Eisler
- Verlag
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Ort
- Berlin
- Datum
- 1913
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- Abmessungen
- 12.7 x 21.4 cm
- Seiten
- 807
- Schlagwörter
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Kategorie
- Geisteswissenschaften