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Handwörterbuch der Philosophie
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562 Religion. ist die R. als Anschauung und (später) Gefühl zu „schlechthinniges Abhängigkeitsgefühl". Wir fühlen uns abhängig vom Unendlichen, das sich uns mitten im Endlichen offenbart. Das Wesen der IL ist es, unser Sein und Leben als ein „Sein und Leben in und durch Gott"' zu fühlen § 36; Reden über die Religion, 1. u. 2. A.; Monologen). Nach CHR. KRAUSE ist R. „Gottinnigkeit" (Absolute Religionsphilos., 1834). — HEGEL. bestimmt hingegen die R. als „Wissen von als „Wissen des endlichen Geistes von seinem Wesen als absoluter Geist" oder als „Selbst- bewußtsein Gottes" im Menschen in der Form der Vorstellung. „Gott ist nur Gott, insofern er sich selber sein Sichwissen ist ferner sein Selbst- bewußtsein im Menschen." Die R. ist eine Stufe in der dialektischen (s. d.) Selbstentwicklung der „Idee" (s. d.), sie ist der Inhalt der Idee (der Weltver- nunft) als „absoluter Geist" für den Geist. Die Stufen der R. sind die Natur- religion, die R. der geistigen Individualität (R. der Erhabenheit, R. der Schön- heit), die absolute R. (R. des Geistes; Enzyklop., § 564; Vorles. über die Philos. d. Religion I, 12 ff.). Nach HERBART entspringt die R. der Hilfsbedürftigkeit des sie beruht auf Demut und dankbarer Verehrung, ergänzt und stützt die Sitt- lichkeit, bietet aber kein eigentliches Wissen von Gott (Lehrb. zur Einleit. in der Phüos.6, 1883, S. 158 f., 277 f.). Vgl. G. TAUTE, Religionsphilos., 1840; DROBISCH, Grundlehren der R., 1840. Psychologisch-kritisch untersucht die R. L. FEUERBACH, nach welchem alle Theologie (s. d.) „Anthropologie" ist. Die R. ist „das Bewußtsein Menschen von seinem, und zwar nicht endlichen, beschränkten, sondern unend- lichen Wesen". „Das Bewußtsein Gottes ist das Selbstbewußtsein des Men- schen", Gott (s. d.) selbst das „vergötterte Wesen des Menschen". Die Götter sind die „als wirklich gedachten, die in wirkliche Wesen verwandelten Wünsche des Menschen". Die Abhängigkeit vom All zeitigt die R. als ein Mittel zur Befriedigung unseres Glückseligkeitstriebes. So sind die christlichen Dogmen nichts als „erfüllte Herzenswünsche". Der wertvolle Kern der R. ist die Liebe- zur Menschheit als Gattung (Das Wesen des Christentums, Das Wesen der R., 1845; 2. A. 1849; WW. 1903 ff.). Den „Kultus der Menschheit" (des „grand predigt A. COMTE („Menschheitsreligion"). dem Gefühl des Erlösungsbedürfnisses, dem Bedürfnis, von den Übeln des Daseins befreit zu werden (s. Pessimismus), beruht die R. nach E. VON HARTMANN (Die R. des Geistes 1888, 5 ff.; Das religiöse Bewußtsein der Menschheit, S. 27 ff.; Gr. d. Religionsphilos.), A. DREWS (Die R. Selbstbewußtsein Gottes, 1906), DEUSSEN u. a. Nach WINDELBAND ist R. „transzendentes Leben", Bewußtsein der Zuge- hörigkeit zu einer geistiger Werte (Präludien8, 1907, S. 423 ff.). EUCKEN gehört zur R., daß sie „der nächsten unmittelbar vorhandenen eine andere Art des Seins, eine neue überlegene Ordnung der Dinge entgegen- hält" (Das Wesen der R., 1901; Der Wahrheitsgehalt der R.2, 1905; Haupt- probleme der Religionsphilos. der Gegenwart6, 1912). Vgl. E. Psychol. u. Erkenntnistheorie in der Religionswissenschaft, Die zu Beginn des 20. Jahrh. (hrsg. von Windelband) I, 1904; Kultur der Gegen- wart I 4, 1906. Nach JAMES enthalt die R. die Idee eines „geistigen Universums", dem das Ich durch sein Unterbewußtes („subconscious in wirksamer
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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