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Handwörterbuch der Philosophie
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Reproduktion. 565 Gesch. der christlichen R., 1880-83; PFLEIDERER, Gesch. d. R.3, 1896; MARSHALL, Die gegenwärtigen Richtungen der R. in England, 1902; SIEBERT, Die R. in Deutschland, 1906; Das Wiedererstarken des religiösen Lebens, 1906; G. E. BURCKHARDT, Die Anfänge einer geschichtlichen Fundamentierung der R, 1908; K. OESTERREICH, Die Erfahrung des Göttlichen als das problem der Religionsphilos., 1909; FLÜGEL, R. in Einzeldarst., 1905 ff. — Vgl. Religion, Gott, Unsterblichkeit, Gottesbeweise u. a. Reproduktion (reproductio, Wiedererzeugung) bedeutet in der Psycho- logie die Erneuerung von Vorstellungen, die man einmal gehabt hat und welche „Dispositionen" (s. d.) zurückgelassen haben, vermöge deren aus Anlaß irgendwelcher, zu den betreffenden Vorstellungen in assoziativer Beziehung stehender Vorstellungen (oder Erlebnisse, Eindrücke überhaupt) den gehabten mehr oder weniger ähnliche Vorstellungen erzeugt werden. Die R. besteht also nicht, wie man früher oft gemeint hat, in dem Auftauchen unbewußt bereitliegender fertiger Vorstellungen im Bewußtsein, sondern in einer Neu- produktion von Vorstellungen auf Grund früherer Erlebnisse, welche in der Psyche die Tendenz zur Entstehung ähnlicher Erlebnisse hinterlassen; dieser „Tendenz" entspricht physiologisch eine latente, potentielle Energie, die an eine gewisse Umlagerung der Moleküle der Nervensubstanz gebunden sein mag (vgl. Assoziation, Mneme). Gefühle werden indirekt reproduziert, d. h. es knüpfen sich an Erlebnisse analoge Gefühlszustände („Vor- stellungsgefühle", die aber nicht bloße Gefühlsvorstellungen sind). Das die R. auslösende Moment wird als „Reproduktionsmotiv" bezeichnet (KÜLPE U. a.). Gefühl und Interesse sind Reproduktionsfaktoren, wenn auch nicht ohne die Vorstellungen, an die sie geknüpft sind. Es gibt auch eine R. durch unter- bewußte Mittelglieder, zu denen auch Organempfindnngen gehören können (vgl. Freisteigend). Die „Reproduktionszeit" beträgt im Mittel ca. 600 Tausendstel- sekunden (WUNDT); sie steht, nach dem „Geläufigkeitsgesetz", im umgekehrten Verhältnis zur Anzahl der Wiederholungen (s. Gedächtnis). Betreffs der Theorien der R. s. Assoziation, Gedächtnis. Physiologisch (s. Disposition) erklären die R. PLATON, TELESIUS, CAMPANELLA, DESCARTES, MALEBRANCHE, HOBBES, LOCKE, BONNET (Essai analyt. IX, 91 ff.), IRWING u. a., rein psychologisch: PLOTIN, HEGEL, BENEKE (Lehrb. d. S. 4. A. 1877) u. a. — Eine Theorie der R. gibt besonders HERBART (s. Hemmung, Vorstellung). „Unmittelbar" nennt er die R., die „durch eigene Kraft erfolgt, sobald die Hindernisse weichen" („freisteigende" Vorstellungen). Der R. liegt ein „Streben, vorzustellen" zugrunde, in welches die aus dem Bewußtsein ge- drängten, unter die „Schwelle" desselben geratenen Vorstellungen übergehen. Bei der „mittelbaren" R. dienen Vorstellungen als Gefühle und Be- gehrungen sind nur mittelbar reproduzierbar (Lehrbuch zur Psychol.3, 1887, ff.; Psychol., 1824-25, II, § 81 ff.; vgl. VOLKMANN, Lehrbuch der Psychol. Nach LIPPS ist die R. die „Tendenz des vollen Erlebens", Auslösung unbewußter Dispositionen (Leitfaden der 1909). Ähnlich B. ERDMANN (Vierteljahrsschr. f. wissensch. Philos. X), HERBERTZ (Bewußt- sein und Unbewußtes, S. 116), nach welchen es unbewußte „Residuen" als „Dispositionen für die Neubelebung der ihnen entsprechenden Bewußtseins- inhalte gibt" (vgl. Unbewußt). OFFNER, der die R. als Wirksamwerden der psychischen Dispositionen (s. d.) bestimmt, betont (gegenüber CORNELIUS,
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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