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566 — Reue.
J. MÜLLER U. a.), daß die R. ein Neu-erzeugen ist (Das Gedächtnis2, 1911,
S. 8, 12 f.). Er unterscheidet und erörtert die divergente und konvergente,
mittelbare, vermittelte, unmittelbare, recht- und rückläufige, mehrdeutige, äußere,
innere R., ferner die Reproduktionsgrundlage (Vorstellungsdisposition), Repro-
duktionstendenz (KÜLPE u. a.; d. h. die Assoziation als Teilbedingung der R.;
so auch DYROFF, GROOS, SEMON U. a.),
KÜLPE, MESSER, DÜRR; Reizkomponente: B. ERDMANN; ekphorischer Reiz:
R. SEMON; die Reproduktionsrichtung (vgl. Reihe), die Reproduktionstreue usw.
Nach WUNDT ist die R. die Entstehung einer neuen Vorstellung, die von der
früheren, auf die sie bezogen wird, verschieden ist (Grundr. d. Psychol.6, 1902,
S. 269; Grdz. der physiol. Psychol. III6, 1903, 476 ff.). Von der „symbo-
lischen Funktion" der Erinnerungsbilder spricht H. CORNELIUS (Einleit. in die
Philos., 1903, S. 211). — Vgl. HÖFFDING, Psychologie2, 1893, ff.; JODL,
Lehrbuch der Psychol. II3, 1909, 102 ff.; R. SEMON, Die Mneme2, 1908,
S. ff.; Die mnemischen Empfindungen, 1910; ZIEHEN, Das Gedächtnis,
1908, S. 25 ff.; WRESCHNER, Die R. u. Assoziation von Vorstellungen, 1907—
1910; DYROFF, Einleit. in die Psychologie, 1908; HAGEMANN, Psycho-
logie8, 1911; BERGSON, et 1910; SOLLIER, Le
de 1900; v. SCHUBERT-SOLDERN, R., Gefühl u. Wille, 1887. —
Vgl. Assoziation, Lernen, Memorieren, Reihe, Perseveration,
Periodizität, Vergessen, Disposition, Vorstellung, Übung.
Reproduktion ist nach KANT empirisch eine Vorstellungsverbindung
nach einer beständigen. Regel. Diese aber setzt voraus, „daß die Erscheinungen
selbst wirklich einer solchen Regel unterworfen seien". „Es muß also
sein, selbst diese Reproduktion der Erscheinungen möglich macht, dadurch,
daß es der Grund a priori einer notwendigen, synthetischen Einheit derselben
ist" (Krit. d. reinen Vernunft, S. 116 f.). Vgl. Affinität.
s. Anziehung.
Reservatio mentalis (Mentalreservation): Vorbehalt in Gedanken.
Resignation: Entsagung, Verzicht, Selbstbescheidung, Fügung in das
Schicksal (Stoiker, Christentum, SPINOZA, SCHOPENHAUER U. a.).
Ressentiment: Rache-, Vergeltungsgefühl, von NIETZSCHE als Wurzel
der Umwertung des aristokratischen Wertgegensatzes in den der Herdenmoral
(„Sklavenaufstand in der Moral") betrachtet. Vgl. SCHELER, Über R. u. moral.
Werturteil, 1912.
Restriktion (restrictio): Einschränkung des eines oder
der Geltungssphäre eines Urteils, besonders bei den Nominalisten (s. d.). Vgl.
PRANTL, Gesch. d. Logik III, 1855 ff., 31.
(Retention) bedeutet in der englischen Psychologie das
Behaltungsvermögen (vgl. Mental and Moral Science II, 82 ff.), die
Fähigkeit, Eindrücke von Reizen aufzubewahren und zur Assimilation neuer
Reize zu verwenden (JODL, Lehrb. d. Psychol. 1909, 153; ZIEHEN, Das Ge-
dächtnis, 1908, S. 5).
poenitentia) ist das Gefühl der Unlust und Unzufriedenheit
im Bewußtsein begangener Fehler und Schlechtigkeiten, verbunden mit dem
Wunsche, die Tat nicht begangen zu haben oder machen zu-
können. Nach und infolge der Tat hat sich die Bewußtseinslage geändert,
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Handwörterbuch der Philosophie
- Titel
- Handwörterbuch der Philosophie
- Autor
- Rudolf Eisler
- Verlag
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Ort
- Berlin
- Datum
- 1913
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- Abmessungen
- 12.7 x 21.4 cm
- Seiten
- 807
- Schlagwörter
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Kategorie
- Geisteswissenschaften