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572 Schein.
§ ff.; Anschauungs- und § 133). Vgl. HUSSERL, MEINONG
(Über 1910, S. 26 ff.; s. „Objektiv") u. a. (vgl. Urteil,
— Vgl. STEINTHAL, Einleit. in die Psychologie I, 1881; F. C. S. SCHILLER,.
Formal Logic, 1912; DELBRÜCK, Grundfragen der Sprachforschung, 1901;
H. MAIER, Psychol. des emotionalen Denkens, 1908, S. 359 ff.; A.
zur Grundleg. der allgemeinen Grammatik und Sprachphilos. I,
1908; E. J. HAMILTON, Perzeptionalismus u. Modalismus, 1911;
u. Schließen, 1912. Vgl. Aussage, Bedeutung, Sinn, Wort, Sprache, Prä-
dikat, Kopula.
Satz der Identität (s. d.), des Widerspruches (s. d.), des Grundes (s.
des ausgeschlossenen Dritten (s. Exclusi).
Scham ist ein Affekt, der sich an das Bewußtsein einer (physischen oder
seelischen) einer den Gegenstand der Aufmerksamkeit
(wirklichen oder scheinbaren) Schwäche, Unzulänglichkeit des Ich
Wir können uns auch vor uns selbst (vor der „bessern Person" in uns)
schämen. Vgl. SPINOZA, Von Gott, K. 12; JODL, Lehrb. d. Psychol.
1909, 387 f.; R. HOHENEMSER, Archiv f. die gesamte Psychol. DUGAS,.
Revue philos., Bd. 56, H. Geschlechtstrieb u. Schamgefühl, 1900.
Scharfsinn (sagacitas) ist die Fähigkeit des klaren und
scharf unterscheidenden und fein zergliedernden Denkens, verbunden mit
leichtem Herstellen begrifflicher Zusammenhänge, von Relationen verschiedener
Art und Verschiedenheit usw.). Vgl. CHR. WOLFF,
Gedanken von Gott . . . I, 850 f.; BENEKE, Lehrbuch der Psychol.8, S. 103.
Schein (urspr. Glanz) ist ein Unwirkliches, für ein Wirkliches ge-
nommen wird, von dem es entweder nur ein Bild, eine Abbildung,
u. dgl. oder nur eine Vorstellung ist, von dem es sonst abweicht. Was so sich
darstellt, als ob es wäre, als ob es reale Existenz hätte, aber doch bei genauerer
Untersuchung und Kritik sich als wesenlos, als nur in der subjektiven
Vorstellung oder Meinung bestehend herausstellt, sich nicht als
oder so seiend, als Gegenstand objektiver, allgemeingültiger Erfahrung und
allgemeingültigen Denkens legitimieren läßt, ist „Schein", wird
als Schein gesetzt, bestimmt, mag es auch mit zum gehören
und psychologisch nicht zu beseitigen sein. Der S. ist von der „Erscheinung"
(s. d.) scharf zu unterscheiden. Der S. entsteht teils durch
Denken, teils durch Sinnestäuschung (s. d.) individueller oder allgemeiner
(konstanter) Art, teils durch die besondere Stellung der Sinnesorgane zu den
Dingen (scheinbare Größe, scheinbare Bewegung u. dgl.), teils infolge gewisser
Einrichtungen und Tendenzen des menschlichen Geistes überhaupt. Es besteht
ein „Wille zum Schein" (NIETZSCHE, vgl. VAIHINGER, Die Philos. des Als
1911), teils zu Erkenntniszwecken (s. Fiktion), teils zur unmittelbaren
an der bloßen „Form", mit Absehen von der realen Existenz des Vorgestellten
und Dargestellten Schein: SCHILLER U. a.; vgl. Ästhetik). —
Vgl. LAMBERT, Neues Organon, 1764, PhänomenoL, § 20, S. 217 ff.; KANT, Krit..
d. reinen Vernunft, S. 73, 261 f. (Lehre vom „transzendentalen Schein",
s. Dialektik); HEGEL, Logik II, 7; HERBART, Hauptpunkte der
S. 20; Allgem. Metaphys. II, § 292 f. (Lehre vom „objektiven Schein". „Wie
viel Schein, so viel Hindeutung aufs Sein"; vgl. Realen);
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Handwörterbuch der Philosophie
- Titel
- Handwörterbuch der Philosophie
- Autor
- Rudolf Eisler
- Verlag
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Ort
- Berlin
- Datum
- 1913
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- Abmessungen
- 12.7 x 21.4 cm
- Seiten
- 807
- Schlagwörter
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Kategorie
- Geisteswissenschaften