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Handwörterbuch der Philosophie
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Schlußfiguren — Schlußmodi. 577 Verfahrens (bei Scholastikern und anderen) bekämpft F. BACON (S. In- duktion; vgl. Organon I, 13 f.: aus Begriffen ohne objektiven, ge- sicherten Inhalt läßt sich keine Erkenntnis gewinnen). Daß der Syllogismus nichts Neues bringt, betont DESCARTES (Regulae X), ferner LOCKE (Essay concern. human understand. IV, K. 17, § 4) u. a. (dagegen: LEIBNIZ, WUNDT u. a.). Nach J. ST. MILL ist jeder produktive Schluß ein Fortgang vom Besondern zum Besondern. Der Obersatz des Syllogismus nimmt schon ein zu Erweisendes vorweg; er ist ein Register der vollzogenen Besonderheitsschlüsse, eine Bewußt- werdung des schon Erkannten (Logik 1877, I, 2, K. 3; Examination of Sir. W. Hamiltons Philosophy5, 1865, S. 438 f.; vgl. Logic I, 1870, 108 ff.). Vgl. F. RAAB, Wesen u. Systematik der Schlußformen, 1891; J. POKORNY, Beitr. zur Logik der Urteile u. Schlüsse, 1901; STÖRRING, Arch. f. d. gesamte Psychol. — Vgl. Paralogismus, Trugschluß, Unbewußt, Subsumtion, Sub- stitution, Induktion, Analogie, Deduktion, Wahrscheinlichkeit, Dictum. heißen die Formen einfacher (mittelbarer) Schlüsse in bezug auf die Stellung des Mittelbegriffes (M) in den Prämissen (als Subjekt oder als Prädikat, in Verbindung mit Subjekt und Prädikat der Konklusion). Möglich sind insbesondere vier Haupt-Schlußfiguren: die drei aristotelischen (vgl. ARISTOTELES, Analyt. prior. I, 4) und die (schon von THEOPHRAST ihren Schlußmodis nach gekennzeichnete) sogen. Galenische (vgl. PRANTL, Gesch. der Logik, I, 570 ff.), die eine Umkehrung der ersten und künstlich ist (so nach ZABARELLA, PETRUS HERBART, TRENDELENBURG, SCHOPENHAUER U. a.). Daß die erste Figur die „einzig ge- setzmäßige" sei, auf die alle übrigen durch Umkehrung der Prämissen zurück- zuführen sind, betont KANT (Von der falschen Spitzfindigkeit der vier gistischen Figuren, § f.; vgl. CHR. WOLFF, Philos. rationalis, f.; u.a. Die 4 Schlußfiguren sind: 1. M — P | S — M S — P. 2. P — M | S — M || S - P. 3. M — P | M - S || S - P. 4. P — M | M — S S — P. — VgL LAMBERT, Neues Organon, 1, § 237 ff.; SCHOPENHAUER, Die als Wille u. Vorstell., II. Bd., K. 10; UEBERWEG, System d. 1882, § 103; B. ERDMANN, Logik I2, 1907; KREIBIG, Die intellektuellen Funktionen, 1909; E. J. HAMILTON, Erkennen u. Schließen, 1912. Schlußkette Syllogismus ist ein Zu- sammenhang von Schlüssen (Syllogismen), bei welchem die Konklusion des vorangehenden Schlusses (Vorschluß, Prosyllogismus) den Vordersatz des folgen- den Schlusses (Nachschluß, Episyllogismus) bildet. Abgekürzte Schlußketten das Epicherem (s. d.) und der Sorites (s. d.). Der Fortgang vom Pro- Episyllogismus heißt (progressiv), das umgekehrte Verfahren prosyllogistisch (regressiv). VgL UEBERWEG, System, d. Logik5, 1882; B. ERDMANN, Logik I8, 1907; SIGWART, Logik4, 1911. Schlußmodi (Schlußarten, ARISTOTELES, Analyt. prior. I 28, 45 a 4) sind die besonderen Formen von Schlüssen, die in den Grundfiguren durch Kombination der Quantität (s. d.) und Qualität (s. d.) der Prämissen entstehen. In jeder Schlußfigur (s. d.) sind 16 Schlußmodi, im ganzen also 64 möglich, von denen aber nur 19 als gültig betrachtet werden, die jedoch meist künstlich sind, vom lebendigen Denken abweichen. Für die gültigen Schlußfiguren gibt es Merkwörter (dem Handwörterbuch. 37
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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