Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geisteswissenschaften
Handwörterbuch der Philosophie
Seite - 583 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 583 - in Handwörterbuch der Philosophie

Bild der Seite - 583 -

Bild der Seite - 583 - in Handwörterbuch der Philosophie

Text der Seite - 583 -

Schwindel — Seele. abnehmen, bis er eben unmerklich geworden (Grundr. d. 1902, S. f.; Grdz. d. physiol. Psychol. 1908, S. 559 ff.). Absolute schiedsschwelle" ist der eben merkliche Unterschied zweier Reize, relative Unterschiedsschwelle oder „Verhältnisschwelle" das Verhältnis eines eben merk- lichen Vergleichsreizes zu einem Normalreize (Obere und untere U. S.). Der „Schwellenwert" ist bei verschiedenen Empfindungsarten verschieden, er ist ab- hängig von Organstellen (vgl. Tastsinn), von der Individualität, der Übung usw. Es gibt auch eine „Aufmerksamkeitsschwelle", sowie eine „Raum- schwelle" (s. d.) und „Zeitschwelle", nach auch eine „soziale Vgl. EBBINGHAUS, Grdz. d. Psychol.2, 1905, I, ff.; 3. A. 1911; LIPPS, Leitfaden der Psychol. I*, 9. — Vgl. Webersches Gesetz, Psycho- physik, Unbewußt. Schwindel (psychologisch) ein Zustand des gestörten bewußtseins, der Unfähigkeit der Koordination von Bewegungs- Lage- empfindungen, physiologisch wohl im Labyrinth des Ohres und im Kleinhirn lokalisiert und meist in Bewegungstäuschungen sich manifestierend (Augen-, Drehschwindel). Vgl. E. MACH, Grundlinien der Lehre von den empfindungen, 1875; HITZIG, Der S., 1898; WUNDT, Grdz. d. phys. Psychol. 1908, S. 1903, S. ff.; M. HERZ, Versuch über den S., 1791. s. Skotisten. Secunda s. Logik (PETRUS Seele anima, urspr. Hauch) wird ursprünglich als Atem- oder Lebenshauch aufgefaßt, der im Tode den Menschen verläßt oder auch als Schattenbild, das nach dem Tode selbständig weiterexistiert, nachdem es schon im Traume die Fähigkeit hatte, sich zeitweise vom Körper loszulösen, umher- zuschweifen und wieder zurückzukehren. Der primitive Mensch, dessen „Animis- mus" (s. d.) die Dinge beseelt, substanzialisiert, verkörpert zugleich umgekehrt die Einheit Lebens und Bewußtseins und stellt sie als ein zweites, selbständiges Wesen dem Leibe gegenüber. Nachdem dieses längere Zeit als eine Art feiner Körper vorgestellt worden ist, wird später das immer mehr abgestreift, und es bleibt dann der Begriff eines immateriellen Seelen- prinzips zurück, das als Substanz oder gedacht wird (Spiritualismus). Nach der anderen Seite kommt es zu materialistischen Lehren, nach welchen die Seele als Körper besonderer Art aufgefaßt wird oder aber auf einen Teil des körperlichen Organismus selbst (Gehirn) zurückgeführt wird. Die Spaltung der Wesen in Körper und Seelen hebt der anthropologische Monismus (s. d.) überhaupt auf und die Identitätstheorie (s. d.) kommt zu dem Ergebnis, daß Seele und Leib nur zwei Daseins- oder Erscheinungs- oder Betrachtungs- weisen ein und derselben Einheit sind. Während die Substantialitätstheorie die Seele als substantielle, selbständig beharrende Einheit auffaßt, die mische Seelentheorie als besondere Kraft (s. Dualismus), ist die Seele nach der Aktualitätstheorie (s. d.) nicht als der einheitliche Zusammenhang der psychischen Erlebnisse oder der Bewußtseinsfunktionen selbst, kein von diesen verschiedenes, besonderes Wesen. Der Monopsychismus (s. d.) betrachtet die Einzelseelen als Modifikationen der einheitlichen oder All-Seele (vgl. Pluralismus). Die empirische Psychologie überläßt den Seelenbegriff Metaphysik;
zurück zum  Buch Handwörterbuch der Philosophie"
Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Handwörterbuch der Philosophie