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Handwörterbuch der Philosophie
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587 compositionis", nicht „unio naturalis"), wirkt aber unmittelbar von der Zirbeldrüse aus auf die „Lebensgeister" (s. d.), vermittelst deren sie die Richtung der Körperbewegungen zu beeinflussen vermag (Meditat. Princip. phüos. I, 8, 53; anim. I, 30, 47; vgl. Wechselwirkung, TierpsychoL). Ähnlich die Okkasionalisten (s. d.). Als vom Leibe wesentlich und numerisch ver- schiedene Substanz bestimmen die S. auch LOCKE (Essay concern. hum. under- stand. II, K. 23, § 5), nach welchem wir vom Wesen der seelischen Substanz keinen klaren Begriff haben, BERKELEY (Principles, CXXXV ff.), nach welchem die S. rein aktiv und (außer Gott) das einzige Reale ist (s. Spiritualismus), REID, HUTCHESON, CONDILLAC, BONNET (Essai analyt. IV, 20) u. a. — Als eine besondere Art von „Monaden" (s. d.), die von den Körpermonaden nur graduell verschieden ist (auch die letzteren sind ausgedehnte Kräfte, seelen- artige Einheiten, aus denen sich der Leib zusammensetzt), als immaterielles, vorstellendes und strebendes Kraftwesen, das (als Zentralmonade) mit einem Komplex niederer Monaden verbunden ist, bestimmt die S. LEIBNTZ. Die S. ist ein „geistiger Automat", eine im Kleinen, in die nichts von außen hineinkommt, sondern wo sich alles stetig auseinander entwickelt (s. Monade); „spiegelt" mehr oder weniger bewußt das Universum und zwischen ihr und dem Leibe sowie den anderen Monaden besteht keine Wechselwirkung, sondern eine „prästabilierte Harmonie" (s. d.; vgl. 15 — 19; Princip. de la nature 4; Werke, Gerhardt IV, u. ö.). Ähnlich nur mit Annäherung der Körpermonaden an dynamische Atome (ohne Vorstellungen) — lehrt CHR. WOLFF, nach welchem die S. ein sich seiner und anderer Wesen außer ihm bewußtes Wesen ist Gedanken von Gott . . . I, § 192, 742 f.; Psychol. empir., 20; Psychol. rational., § 51 ff.), ferner BAUMGARTEN (Metaphys., 1739, 566), PLATNER (Philos. Aphorismen, 1776 ff., I, § 30, 66), MANN über den Menschen, 1777 f.), MENDELSSOHN U. a. VgL RÜDIGER, Phys. divina I, 4; VON Versuch über die Seele, 1753 u. a. Den Aktualitätsstandpunkt (s. d.) begründet in neuerer Zeit SPINOZA. Die S. ist keine Substanz, sondern der „Modus" eines „Attributs" der einen, unendlichen, göttlichen „Substanz" (s. d.), die zugleich noch eine andere Daseinsweise, die Ausdehnung, die Körperlichkeit hat. Jedem körperlichen Modus entspricht ein geistiger, denn die Ordnung und Verknüpfung der Ideen ist eins mit der der Dinge. Die Seele ist die ideelle Seite eben dessen, was als Körper auftritt („idea corporis"), das zu einem Körper (der dessen „Objekt" bildet) gehörige Bewußtsein (im weitesten Sinne). Die S. ist etwas Zusammen- gesetztes („ex pluribus ideis composita"). Seele und Leib sind ein und dasselbe Wesen nur in verschiedenen Daseinsweisen (s. Identitätstheorie). Die S. han- delt nach Gesetzen und ist gleichsam ein „geistiger Automat", dem das Ge- schehen im Leibe parallel geht (s. Parallelismus). In Gott ist eine „Idee des Geistes" („idea die vom Geiste untrennbar ist und dessen (zeitlose) Unsterblichkeit (s. d.) begründet (Eth. II, prop. XI ff.). In anderer Weise ver- tritt den Aktualitätsstandpunkt HUME, nach welchem die S. nur ein Bündel beständig veränderlicher Erlebnisse („a of perceptions in a perpetual and movement", Treat. IV, sct. 2, 6; vgl. Dialoge, S. 157 ff.) ist. KANT endlich zeigt in seiner Lehre von den „Paralogismen" (s. d.), daß es wohl berechtigt ist, die S. als logisch-einheitliches Subjekt zu denken, daß aber die Theorie der einfachen Seelensubstanz unerweislich und willkürlich ist, „weil das Einfache in ganz und gar keiner Erfahrung vorkommen kann" (Krit. d. rein. Vern.,
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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