Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geisteswissenschaften
Handwörterbuch der Philosophie
Seite - 592 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 592 - in Handwörterbuch der Philosophie

Bild der Seite - 592 -

Bild der Seite - 592 - in Handwörterbuch der Philosophie

Text der Seite - 592 -

Seelenvermögen. betrachten das Gehirn ALKMAION von Kroton (Theophrast, De sens. 25 f.), HIPPOKRATES, HEROPHILOS, Daß die S. im ganzen Leibe ihren Sitz hat, lehrt PLOTIN (Ennead. IV, 8, 8; vgl. IV, 3, 23: das Gehirn als Aus- gangspunkt ihrer Tätigkeit); ähnlich NEMESIUS, AUGUSTINUS (De gen. ad litt. VII, 17 ff.), THOMAS, nach welchem die S. in corpore toto" ist (Sum. theol. I, 76, 8). Nach DESCARTES hat die S. ihren Sitz in der Zirbeldrüse pinealis; anim. I, 30 vgl. Seele, Lebensgeister), nach BON- INET im „Balken", nach HALLER in der Varolsbrücke, nach BOERHAVE im Mark, nach PLATNER in den Vierhügeln, nach SÖMMERING in Gehirnflüssigkeit, nach SWEDENBORG (1745) in der Rindensubstanz; vgl. F. J. GALL, Anatomie et du 1810 ff. (s. Phreno- logie); FLOURENS, Psychologie 1854, a. (gegen die Lokalisation psychischen Funktionen, das Gehirn ist gleichmäßig an beteüigt); H. MUNK, Über die Funktion der Großhirnrinde, 1881 (Seh-, Hör-, Sprach- sphäre usw.); GOLTZ, Pflügers Archiv f. Physiol. XX, XXVI, Nach LEIBNIZ ist der Ort der Seele ein bloßer Punkt (Opera ed. Erdmann, '274 a, 457 a, 749 a), nach KANT (WW. VII, ESCHENMAYER (Psychol., 1817, 213) u. a. nur ein geometrischer Ort Zusammenfließens der Gehirn- tätigkeiten, so daß die S. keinen Sitz hat. Daß die S. den Leib durchdringt, DEMOKRIT, JOH. MÜLLER, CARUS, BURDACH, HEGEL, H. FICHTE, ULRICI, SCHOPENHAUER, FECHNER (Elemente der Psychophys. II, 1860, 348 ff.), FOUILLEE U. a. Nach HERBART ist der Sitz der Seele verschiebbar (Psychol., II, § 154). Nach LOTZE ist der Seelensitz (in einem homogenen Parenchym) nur der (bewegliche) Ausgangs- und Endpunkt der Seelenwirkungen 335; Grdz. d. Psychol., S. 65 ff.). — Vgl. Sprache, Apper- zeption (WUNDT), Assoziationszentren (FLECHSIG), Gesichtssinn, Nullibisten. sind nicht, wie von der „Vermögenspsychologie" wurde, selbständige Kräfte der Seele als verborgene Gründe je einer Klasse psychischer Funktionen. In diesem Sinne gibt es keine S. Hingegen hat die Seele (das Bewußtsein) die zu verschiedenen Betätigungs- und Zustandsarten in sich, die sich als Elemente (s. d.), Momente, Seiten, Richtungen der an sich einheitlichen Bewußtseinstätigkeit unterscheiden lassen. Aus dem (primären) „Trieb" (s. d.) entwickelt sich das gegliederte Bewußtsein, als Ganzes, Einheitliches ein (lebendiges oder gehemmtes) „Streben" ist, welches als Momente Empfindung (oder Vorstellung) und Gefühl einschließt und auf höherer Stufe zum (s. d.) im engeren Sinne wird, dessen Be- tätigung im Denken, in der aktiven Phantasie, im praktischen Handeln ver- Richtungen nimmt (s. Voluntarismus). Grundfähigkeiten der Seele sind die Rezeptivität gegenüber Reizen, die Fähigkeit des „Bewahrens" und Reproduzierens von Eindrücken und der Verarbeitung (Verknüpfung) derselben. Die Seele als Einheit verhält sich teüs reaktiv („passiv"), teils aktiv (schöpferisch). Dasselbe Ich, Subjekt, das empfindet, fühlt auch, strebt, will, denkt — in ver- Weise reagierend und agierend. Nach den Pythagoreern gibt es vier vermögen (vovg, nach PLATON drei Seelenteile die Vernunftseele das „Mutartige" der Affekte be- herrschende Wüle), das Begehrliche Republ. IV, 439 B f.); nach ARISTOTELES vegetatives begehrendes und empfindendes
zurück zum  Buch Handwörterbuch der Philosophie"
Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Handwörterbuch der Philosophie