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Handwörterbuch der Philosophie
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770 Willensfreiheit. nativen sind möglich. Auch ist die Natur vielleicht nur annäherungsweise gleich- förmig (Der Pragmatismus, ff.; Princ. of Psychol., 1890, II, S. ff.; A Pluralistic Universe, 1909). Ähnlich lehrt F. C. S. SCHILLER, nach welchem die „plastisch", verschieden determinierbar ist (Humanismus, 1911). Nach BOUTROUX gibt es in der (s. d.) und relative Indeterminiert- heit des lois, 1895, S. 31 f., 170 Nach H. BERGSON ist es die Rolle des Lebens (s. d.), Freiheit in die Materie zu bringen; vermittelst der Organisation (Gehirn) wird es Herr über das Gewohnheitsmäßige, Automatische, Einseitige, aber es muß sich beständig freimachen, gegen die Bindung In der „realen Dauer", als welche der Geist unmittelbar sich erfaßt, gibt es keine Kausalität äußerlich einander bestimmender Elemente, sondern ein Hinein- wirken der Vergangenheit des Ich in die Zukunft et 1910, S. 137 f., f.; Zeit u. Freiheit, 1911). Nach R. MANNO gibt es Variation, Produktion, Neuschöpfung in allen Gebieten des Geistes. Das „Prinzip der Differenzierung" ist das Ding an sich, als welche» das Subjekt frei ist (Richtungsbestimmung nach einer Idee; Zeitschr. f. Philos. Bd. 137, 1910). Ähnlich lehrt schon Der Wille (s. d.) ist das Vari- ierende, Selbständige, Aktive, die Notwendigkeit, das Passive ist erst durch ihn gesetzt, ist das Korrelat zu ihm. Das Unfreie ist das Willenlose, oder be- ruht auf Hemmung, auf Einseitigwerden des Durch der Konstanz" befreit sich der Wille, um zugleich in Freiheit dem Ganzen zu dienen (Der freie Wille, 1908; u. Seele, 1912; vgl. L. W. STERN, u. Sache I, 1906, 262 ff.). — Die Einseitigkeiten des und sucht auch H. GOMPERZ ZU überwinden. Nach seiner „spontanistischen" Theorie sind Naturgesetze nur „Durchschnittsregeln des stofflichen Massenver- haltens" und im Organischen machen sich eben die Abweichungen mehr kennt- lich, indem sie sich summieren. Die Ereignisse sind an sich weder notwendig noch möglich, sondern wirklich oder unwirklich. Jede Motivvorstellung oszil- liert zwischen einem Minimum und einem Maximum von Lebhaftigkeit, diese ist also keine konstante Größe, sondern wechselt im Prozesse des (Das Problem der W., 1907, S. 76 ff.). Den Indeterminismus, z. Teil in Verbindung mit Momenten, vertreten in verschiedener, oft sehr gemäßigten Weise, eine Reihe von Autoren. So zunächst KANT. Die W. besteht negativ in der Unabhängig- keit von sinnlichen Triebfedern, positiv in der Leitung des Wollens durch die Vernunft, in dem „Vermögen der reinen Vernunft, für sich selbst praktisch zu. sein". Sittliche Freiheit ist „Autonomie" (s. d.), Selbstgesetzgebung, Wollen und Handeln unter der Idee der Freiheit. Das Subjekt muß sich so betrachten» als ob es sich als wahrhaft frei erkennen würde, obzwar die absolute Freiheit nur eine „Idee" (s. d.) oder ein „Postulat" (s. d.) ist; Gegenstand der Erkennt- nis nur die relative Freiheit als innere Determination des Handelns, bloße „Freiheit eines Bratenwenders". Wie ist aber absolute Freiheit, als. Fähigkeit, „einen Zustand von selbst anzufangen", der also nicht in einem andern Zustand naturgesetzlich begründet ist, möglich? Nur so, meint daß der Wille als „intelligibler Charakter" (s. d.) frei ist, der nicht in der liegt, nicht Erscheinung ist, während seine Wirkungen der angehören. So kann ein Willensentscheid seinem übersinnlichen Ursprung frei sein, in seinen Wirkungen aber kausal, gesetzlich mit anderen in der Natur verknüpft sein, so daß diese Wirkungen (Handlungen) insoweit
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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