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Handwörterbuch der Philosophie
Seite - 776 -
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776 Wissen und Glauben. cognoscere") definiert das W. THOMAS VON AQUINO (vgl. Contr. gent. I, 94: „rei cognitio per propriam causam"). Ein absolutes W. (welches sich selbst erzeugt) gibt es nach FICHTE (WW. I 2, II 8, 320), SCHELLING, nach im absoluten W. Subjekt und Objekt eins sind. Das „All weiß in (Naturphilos. I, WW. I 6, 140), HEGEL. Vgl. R. SEYDEL, Logik, 1866, S. 5 ff.; v. KIRCHMANN, Katechismus d. Philos.8, 1888, S. 50 ff.; Die Philosophie des Wissens, 1864; Die Lehre vom Wissen4, 1886; G. GERBER, Das Ich, S. 321 ff.; GÖRING, System der kritischen Philos. I, 1874/75, ff.; R. Das Ganze der Philosophie, 1908, S. ff. (Kein Wissen um das absolut Wirkliche); J. BAUMANN, Philo- sophie als Orientierung, 1872, S. III, 73 f.; Der Wissensbegriff, 1908; HUSSERL, Logische Untersuch., 1900, 14; HÖFLER, Logik, 1897, S. MEINONG, Zeitschr. f. Philos., Bd. 129, 1906; RIBOT, des 1897; 2. 1903, S. 148 („savoir potentiel"); BRUNSWIG, Das Vergleichen die Relationserkenntnis, 1910 („latentes Wissen" ohne Erinnerungsbild, als Grundlage des Vergleichens); KLEINPETER, Der Phänomenalismus, 1913; G. M. KLEIN, Beitr. zum Studium d. Philos., 1805, S. 99 (Es gibt, wie nach SCHELLING, nur absolutes Wissen, das der das Wissen vom Unendüchen, Unbedingten, Identischen, Absoluten). — Vgl. kenntnis, Evidenz, Konjektur, Docta ignorantia, Wissenschaft, Fürwahr- halten, Gewißheit, Positivismus, Agnosie, Ignorabimus. Wissen und Glauben ergänzen einander, da ohne ein Glauben (s. d.), ohne Annahmen die Erkenntnis lückenhaft bleibt und anderseits ohne Wissensgrundlagen der Glaube objektiv unbegründet ist. Wo das Wissen prinzipiell aufhört, d. h. betreffs des absolut Transzendenten (s. d.), da tritt ein aus Bedürfnissen des fühlenden, wollenden, wertenden Menschengeistes er- wachsender Glaube in seine Rechte, der aber den Gesetzen und Postulater» schaftlichen Denkens und Erkennens, sowie den Ergebnissen der- selben nicht widersprechen, wohl die wissenschaftliche Erklärung der und deren Relationen ergänzen, aber nicht verdrängen, verrücken, beschränken darf. Ein solcher Glaube kann und soll, da er einer ganz anderen und Deutungsweise entspringt, dem Wissen nie (vgL Religion, Metaphysik). Daß der wahre Glaube nicht wider-, aber sein könne, lehrt besonders der Katholizismus (THOMAS VON AQUINO u. a.; vgl. GUTBERLET,, u. Wissen, 1903; PH. W. und 1905; vgl. dazu A. MESSER, in die Erkenntnistheorie, 1909, S. 156 ff., über den Pro- testantismus). — Die Lehre von der „doppelten Wahrheit", wonach etwas philosophisch wahr, theologisch aber sein könne, vertreten DUNS SCOTUS (Report. Paris. IV, d. 43, qu. 3), WILHELM VON OCCAM, VON BRABANT, R. HOLCOT, POMPONATIUS, F. BACON U. a. — Nach sind die Glaubenswahrheiten widervernünftig; desto verdienstlicher ist es, sie zu? glauben (Dictionnaire, 6. — KANT scheidet reinlich zwischen dem Er- kennbaren und dem Übersinnlichen, Transzendenten, welches nur einem nunftglauben" offen steht (s. Postulat, Moralischer Beweis, Glaube). VgL FRIES, Wissen, Glaube, Ahndung, 1805; 2. A. 1905; BAADER, Über das Verhalten zum Glauben, 1833; J. E. ERDMANN, Über Glauben u. Wissen, 1837; C. GÜTTLER, Glauben, 1893; TH. ZIEGLER, Glauben u. Wissen, 1899;
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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