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Handwörterbuch der Philosophie
Seite - 782 -
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782 Yoga — Zahl. Y. (Joga): eines der sechs orthodoxen Systeme indischer (Erlösung vom Dasein, mystische Vereinigung mit der Gottheit, Askese). Zahl numerus) ist ein Grundbegriff, dessen Inhalt nicht irgend- eine gegebene Eigenschaft von Dingen bildet und der überhaupt nicht aus der Erfahrung abstrahiert ist, mag er auch durch diese veranlaßt sein und an ihr sich zuerst realisieren, in ihr auch ein „Fundament" (für bestimmte Anzahlen) haben. Den Inhalt des Zahlbegriffes bildet vielmehr etwas Formales und Ideales, nämlich die Synthese denkend gesetzter und gleichartiger Einheiten, die Verknüpfung einer denkend gesetzten Mannigfaltigkeit zur komplexen Einheit. Das Zählen besteht primär in dem Fortgange von einer Einheitssetzung andern, in der Bildung einer Reihe (s. d.), in welcher jedes Glied seine bestimmte Stelle erhält (Ordnungszahl) und zugleich, wenn man von dieser Stelle absieht, zum Inbegriff von Einheiten wird (Anzahl). Die Reihenbildung wird von ein und demselben, identischen Gesetz des Verfahrens beherrscht, wie weit sie auch geht und nach welcher Richtung sie auch erfolgt (s. Unendlichkeit). Die Null bedeutet den von dem aus irgendein Denk eine Folge solchen . . . gezählt wird" (NATORP, Die log. Grundlagen der exakten Wissenschaften, 1910, S. 122). Die Zahl als Anzahl ist von dem zeitlichen Prozeß des Zählens logisch unabhängig, bedeutet eine bestimmte, feste Relation, die Gesetzlichkeit möglicher, oft psychologisch gar nicht ausgeführter Synthesen. Da die Z. Ausdruck eines Denkverfahrens ist, dessen Gesetzlichkeit also für das Zählen überhaupt maßgebend ist, so hat die Arithmetik eine apriorische Grundlage, auch wo es sich um Zählung anschaulicher Inhalte handelt. Eben weil die Zahl als solche von allem Inhalt des Gegebenen un- abhängig gilt, kann sie für alles gelten, was nur immer den Anlaß zur Setzung als oder komplexe Einheit bieten, zum Zählverfahren auffordern kann. Alle Dinge sind zählbar, lassen sich einer Zahl „zuordnen". Indem durch die Zahl erst eine bestimmte, geordnete Mannigfaltigkeit scharf unterschiedener Erfahrungsinhalte gesetzt wird, ist sie eine Bedingung objektiver erkenntnis und wird ferner zu einem Denkmittel, welches erst exakte Er- kenntnis der Objekte als solcher ermöglicht (vgl. Quantitativ). Als Inbegriff von Einheiten bestimmen die Z. EUKLID VII), TON (vgl. Parmenides, 153 f.), ARISTOTELES (Menge des Gemessenen, phys. X 6, 1057 a 3; XI 9, 1085 b 22), THOMAS VON DUNS SCOTUS (vgl. De rerum princip. XVI, 201 ff.), SUAREZ (Metaphys. putat. 41, sct. 1, 16 ff.) u. a. Nach DESCARTES liegt die Z. nicht in den Dingen, sondern sie ist ein Denkmodus („modus cogitandi", Princip. philos. 58 ff.; so auch SPINOZA, Epist. 29). LOCKE leitet die Z. aus der Wieder- holung der Verbindung der mit jeder Vorstellung gegebenen Einheit ab concern. hum. understand. II, K. 15, § 1 ff.). Ähnlich lehren CONDILLAC, BONNET u. a. Als Synthese bestimmt die Z. KANT (vgl. De mundi sensibil § Es liegt ihr die Zeitanschauung denn sie ist eine Vorstellung, die „sukzessive Addition von Einem zu Einem (Gleichartigen) zusammen
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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