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Handwörterbuch der Philosophie
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Zweck. phys. disput. 23) u. a.; später HAGEMANN (Metaphys.8, S. 41 f., 6. A. (Der Monismus, S. 9 ff.), T. PESCH, COMMER, J. (Monistische u. teleolog. Weltanschauung, 1907, S. 21 f.) u. a.; H. SCHELL, Gott u. Geist, 1895/96, I, 127; II, 265 (vgl. unten K. E. v. Baer u. a.); STÖCKL, Lehrbuch d. Philos. II8, 1912. In der Renaissance nehmen verschiedene Naturphilosophen VAN HELMONT U. a.; s. Panpsychismus) zweckmäßig wirkende Agenzien (vgl. Archeus; „Plastische Natur": CUDWORTH). Aber die exakte Naturwissen- schaft lehrt streng kausal denken und man lehnt dann oft alle - Ursachen ab. So F. BACON, HOBBES, DESCARTES (wenigstens für. die Physik weiteren Sinne, Princip. philos. III, 3), SPINOZA (Eth. I, prop. XXXVI), HUME, MAUPERTUIS, HELVETIUS, HOLBACH, LAMETTRIE U. a. Einen vermittelnden Standpunkt nimmt LEIBNIZ ein. Alles in der Natur geht mechanisch, kausal zu, aber die Gesetzlichkeit des Mechanismus selbst ist ein Ausdruck der gottgewollten, zweckvollen der göttlichen Weisheit, welche das „Angemessene" sich realisieren ließ. Der Mechanismus verwirklicht die Zweckordnung, ist zugleich Folge und Mittel derselben („la de la est dans la „que tout se fait niquement et en Werke, Gerhardt III, 607; IV, 427 ff.; Philos. Hauptschriften 163 ff.; s. Harmonie, Optimismus, Theodizee, Übel). Ähnlich lehrt CHR. WOLFF, der aber wieder mehr von Zweckursachen spricht und die Zweckmäßigkeit der Dinge im Hinblick auf den Menschen beurteilt. Die Natur ist „voll göttlicher Absichten", die Gott durch die Dinge und durch den Mechanismus selbst verwirklicht, um seine Herrlichkeit zu offenbaren Gedanken von Gott . . . I, § ff.; Gedanken von den Absichten der natürlichen Dinge, 1724). VgL J. A. H. REIMARUS, Die zweckmäßigen Einrichtungen in allen Reichen der Natur, 1817. Auch KANT hält es für möglich, daß im Grunde der Natur die „phy- sisch-mechanische und die Zweckverbindung an denselben Dingen in einem Prinzip zusammenhängen mögen" (Krit. d. Urteilskraft, § 70). Aber Zwecke uns direkt nur im geistigen Leben gegeben, die Natur beurteilen wir nur nach Analogie des Zweckes, ohne einen solchen in ihr zu erkennen. regu- lative Zweckbegriff, der das Geschehen so betrachtet, als ob es nach Zwecken erfolgte, entspringt der reflektierenden „Urteilskraft" (s. d.) und dient nur zur Herstellung „systematischer Einheit" und zur Erweiterung der kausalen Er- kenntnis selbst. Die besonderen Naturgesetze betrachten wir so, als ob ein Verstand sie gegeben hätte, als ob er „den Grund der Einheit des Mannig- faltigen ihrer [der Natur] empirischen Gesetze enthalte". „Der Begriff von Verbindungen und Formen der Natur nach Zwecken ist doch wenigstens Prinzip mehr, die Erscheinungen derselben unter Regeln zu bringen, wo die Gesetze der Kausalität nach dem bloßen Mechanismus derselben nicht zu- langen." Aber wir können nicht Naturprodukte aus absichtlich-wirkenden Ursachen ableiten. Wir müssen soweit als möglich alles nach dem Prinzip des Mechanismus (s. d.) erforschen, können aber zugleich, wo es notwendig ist, noch von der Zweckidee ausgehen (s. Organismus), „Naturzwecke" für sich sind nur die Organismen, denn nur- sie sind von sich selbst Ursache und Wirkung, bloß bei ihnen sind die Teile „nur durch ihre Beziehung auf das Ganze möglich". Die Biologie hat daher die „objektive Realität" des Zweckes
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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