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Zweck.
Geschehen bestimmt, so daß die Zwecke (als Ziele der Kräfte) die wahren
Gründe der Dinge sind (Metaphys. u. Psychol., Die Grundlagen der
1908, S. 53 ff.), DOUGALL (Body and Mind, 1911) u. a. — Einen „Pan-
vertritt L. W. STERN. Das Mechanische ist die
des Teleologischen". „Alles Wirken ist zielstrebig." Die Wirklichkeit
aus „Personen" (s. d.) und diese wirken als Ganzes auf ihre Teile zum Zweck
des Ganzen, das sich zu erhalten strebt („Personalteleologie"). Alle
ist „Teleomechanik", dient der Zielstrebigkeit, verwirklicht diese, wo dies
lich ist (Person Sache I, 1906, S. 225 ff., 345 ff., 426 ff.). Nach sind
Mechanismus und Teleologie wechselbedingt. Alle Kausalität ist erst durch
die Perspektive des zwecksetzenden Willens gesetzt (Der freie Wille,
S. ff.; Seele u. 1912). Vgl. MÜNSTERBERG, Grdz. d. Psychol.
1900; Philos. der Werte, 1908; WINDELBAND, 1907 (s. Norm).
Nach P. hat die Kausalität Allgültigkeit, aber nicht Alleingültig-
keit. Die Finalreihe besteht aus drei Gliedern: Antecedens — Medium —
Succedens; letzteres ist konstant, mögen auch die beiden ersten Zustände-
wechseln (Elemente der empirischen Teleologie, 1899). Vgl. DÜHRING,
1895.
Eine immanente Teleologie, welche als Innensein kausaler Prozesse
bungen, Triebe, Willensvorgänge annimmt, welche im Sinne der
von Bedürfnissen (s. d.) wirksam sind, vertreten LAMARCK, PFLÜGER (Die
teleologische Mechanik der lebend. WUNDT (S. oben), nach welchem
der Wille der Erzeuger objektiver Naturzwecke ist (vgl. Heterogonie, Leben,.
Entwicklung, Sittlichkeit), E. KÖNIG, HEYMANS in die Metaphysik,.
1905, S. 317 ff.), F. ERHARDT (S. oben), FOUILLEE (Der Evolutionismus der
Kraftideen, 1908, S. 37 f.), PAULY („psychophys. Teleologie", „subjektive
Teleologie", Darwinismus und 1905, S. AD. WAGNER,
FRANCE, KOHNSTAMM (die Reaktionen sind „optimale
Wertungen") a. (s. Entwicklung, Leben). — Nach BERGSON ist die Finalität
nicht als Wirken von Zweckursachen anzusehen, sondern als aufwärts gerichtete,
erfinderische, schöpferische Entwicklung, die vital" enthält
Entwicklung, Leben).
HÖFFDING betrachtet alles Geschehen als gerichtet. Richtungen,
tnngstendenzen können sich verbinden, so daß „Totalitäten" (s. d.), „mehr oder
weniger harmonische Systeme von Kausalitätsreihen" sich bilden. „Wegen
Ursprünglichkeit der Richtung ist die Totalität nie ein zufälliges
Die Organismen sind solche Totalitäten oder „Richtungssysteme" (Der mensch-
liche Gedanke, 1911, S. vgl. COHEN). (aber unabhängig davon>
lehrt R. Ihm ist das Ziel stets nur ein „Durchgangsstadium
Geschehens". Das Gerichtetsein, die „Richtungsintensität" ist ein
eine jeder Kraft oder Energie, so daß es nicht der Annahme be-
sonderer „Richtkräfte" bedarf (gegen REINKE u. a.). In einem
Gesamtsystem ordnet sich alles, ohne Finalität, der „Richtungskomplexion"
die durch die Wechselwirkung der Teile, deren „Mutualität",
Ein Erhaltungsstreben im Vorhinein, ein von außen wirkendes Ziel gibt es.
nicht. Alles geht mechanisch zu, aber im Organischen besteht eine „Syner-
gie", deren Resultat die (stets relative) Erhaltungsgemäßheit ist.
organische System und dessen Erhaltung ist „nicht Realisation eines Zieles,
sondern das Ergebnis und die Fixierung eines Kausalnexus bestimmt
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Handwörterbuch der Philosophie
- Titel
- Handwörterbuch der Philosophie
- Autor
- Rudolf Eisler
- Verlag
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Ort
- Berlin
- Datum
- 1913
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- Abmessungen
- 12.7 x 21.4 cm
- Seiten
- 807
- Schlagwörter
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Kategorie
- Geisteswissenschaften