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alles, was der Inca ihnen auflegen wollte, zu
tragen, hinein. Unter ihren Unterthanen bedurften
sie keiner Gewalt zur Untcrstühung ihrer Befehle.
Jeder B<amte, dem die Vollziehung derselben an-
vertraut war, wurde verehrt; und nach dem Be-
lichte eines verständigen Beobachters der perua-
nischen Sitten, tonnte ein solcher Beamter tln-
zeln von einem Ende des Reichs an das an-
dere reisen, ohne den geringsten Widerstand zu
fürchten; denn wenn er nur ein« Franse vom kai-
serlichen Bor la , (einer dem regierenden Inca
eigenthümlichen Zierrath) aufwies, so konnte er über-
all über das Vermögen und Leben des Volks gebieten.
Eine andere Folge der Gründung der Regierung
der Peruaner auf ihre Religion war, daß alle Ver-
brechen mit dem Tode bestraft wurden. Man sah
sie nicht für Ucbcrtretungen menschlicher Gesetz«
sondern für Beleidigungen der Gottheit an. Jedes
Verbrechen, ohne einigem Unterschied zwischen den
geringern und den schwersten schrye um Rache, und
tonnte nur durch das Blut des Frevlers ausge-
söhnt werden. Eben diesen Begriffen nach folgte
die Strafe mit unvermeidlicher Gewißheit auf die
Missethat, weil eine Sünde gegen den Himmel für
«inen entsetzlichen und unverzeihlichen Frevel ange-
sehen wurde« Unter einem Volte von verdorbenen
Sitten würden so strenge und unerbittliche Gesetz«
die Menschen wild und verzweifelnd machen, und
die Verbrechen eher vermehren als hemmen. Mein
di«
Allgemeines Historien-Buch
von den Merkwürdigen Entdeckungen fremder ehedem ganz unbekannter Länder und Inseln
- Titel
- Allgemeines Historien-Buch
- Untertitel
- von den Merkwürdigen Entdeckungen fremder ehedem ganz unbekannter Länder und Inseln
- Autor
- Gottlob Täubel
- Ort
- Wien
- Datum
- 1796
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 31.0 x 50.3 cm
- Seiten
- 632
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen