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ln denselben alles , was einem sanftmüchlaen Cha-
rakter entgegen war. Die Herrschaft der Incas
war an sich zwar die unumschränkteste unter allen
despotischen Rcgierungsarten, wurde aber durch
ihre Verbindung mit der Religion gelindert. Der
Gelst n'nrde nicht durch den Gedanken einer erzwun-
genen Unterwerfung unter dem Willen eines Beherr-
schers niedergeschlagen und klelnmüthig gemacht. Ei-
nem Monarchen, der, wie man glaubtc, mit gött-
licher Autorität bekleidet war, gehorchte man gerne,
weil dieser Gehorsam keine tränkende Erniedrigung
voraussetzte. Der Landesherr war sichs bewußt,
daß die »nterthänige Ehrerbietung seines Volts aus
dem Glauben desselben von seiner himmlischen Ab-
kunft herfioß; er mußte sich beständig eines Vor-
zugs erinnern, der ihn anreizte, jener gutthätigen
Macht nachzuahmen, für deren Repräsentanten er
gehalten wurde. Dicscn Eindrücken zufolge trifft
man in den Ueberlieferungen der peruanischen
Geschichte schwerlich ein Beyspiel einer Empörung
wider den regierenden Inca und unter zwölf auf
einander folgenden Monarchen keinen einzigen Ty-
rannen an. —
Sogar die Kriege der Incas wurden mit ei-
nem ganz andern Geiste als der andern amerika-
nischen Völker irre geführt. Sie fochten nicht
wie Wilde, um zuzerstören und auszurotten; »och
Wie die Mexikaner, um ihre blutdürstigen Götter
mit
Allgemeines Historien-Buch
von den Merkwürdigen Entdeckungen fremder ehedem ganz unbekannter Länder und Inseln
- Titel
- Allgemeines Historien-Buch
- Untertitel
- von den Merkwürdigen Entdeckungen fremder ehedem ganz unbekannter Länder und Inseln
- Autor
- Gottlob Täubel
- Ort
- Wien
- Datum
- 1796
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 31.0 x 50.3 cm
- Seiten
- 632
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen