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daß dle Zeit bald jede Spur von dem Laufe, den
sie nahmen, auslöschet. Im niedern Land« schei-
nen die Peruaner nicht riel mehr gethan zu ha-
ben , als daß sk in gewissen Entfernungen Bäume
pflanzten, oder Pfosten in die Erde befestigten, um
den Reisenden den eigentlichen Weg zu zeigen. We-
ge durch gebirgigte Gegenden zu bal>nen war ih-
nen schon schwerer. In diesem Falle trugen sie
Anhöhen ab, fällten Löcher oder Tlefungen aus,
und besetzte» die Straßen zu ihrer Erhaltung am
Rande mit Rasen (Wastn.) In gehörigen Wel-
ten von einander waren Tambos oder Vorraths-
häuser angelegt, welche zur Bequemlichkeit des
Inca und seines Gefolges auf ihren Reisen durch
das Gebieth des Staates dienten. Ohnerachtet
die Spanier sich sonst um nichts als um ihren
Bergbau bekümmerten, und zur Erhaltung der Land-
straßen nichts gethan haben, so kann man doch den
Lauf der Straßen der alten Peruaner itzt noch
ausspühren. So waren die berühmten Landstraßen
der Incas beschaff?.»; und auch nach dieser von
jedem offenbar übertriebenen oder verdächtigen Um-
stände entblößten Beschreibung, muß man sie immer
noch für einen auffallenden Beweis eines großen
Fortgangs in der Cultur und Polizey bey diesen»
Volke ansehen. Den wilden amerikanischen
Völkern war der Gedanke, den Weg nach entfern,
ten Plätzen zu erleichtern, niemals eingefallen. Den
Mexikanern war er laum bekannt. Selbst t»
den
Allgemeines Historien-Buch
von den Merkwürdigen Entdeckungen fremder ehedem ganz unbekannter Länder und Inseln
- Titel
- Allgemeines Historien-Buch
- Untertitel
- von den Merkwürdigen Entdeckungen fremder ehedem ganz unbekannter Länder und Inseln
- Autor
- Gottlob Täubel
- Ort
- Wien
- Datum
- 1796
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 31.0 x 50.3 cm
- Seiten
- 632
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen