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Mexikaner; beyde Nationen suchten es in den
Batten der Flusse, ans welchen sie den Scklanun
oder die Erde wuschen, und die Goldtheilchen oder
Goldkörner herauslasen. Das Silber hingegen
erlangten sie mit ziemlich großer Kunst und Geschick-
lichkeit. Sie hatten zwar noch nicht die Kunst er-
leicht, Gruben oder Schachte in die Eingeweide
der Erde hinabzuführen und bis zu den daselbst
verborgenen Schätzen durchzudringen; sie gruben
aber an den Ufern der Flusse, und an den Seiten
der Gebirge tiefe Gruben, und leerten diejenigen
Adern aus, deren Gänge nicht plötzlich zu tief hin-
abfielen. In andern Gegenden, wo die Goldader
nahe an der Oberfläche lag, gruben sie Höhlen bis
zu der Tieft, da der, welcher unten arbeitete, das
Erz herauf «erfen oder in Körben herauf fördern
tonnte. Sie hatten die Kunst erfunden, es ent-
weder durch bloßes Feuer, oder wenn das Erz zu
hart und mit fremden Bestandtheilen angeschwän-
gert war, in kleinen Oefen oder Hütten zu schmel-
zen, die auf Anhöhen so künstlich angelegt waren,
daß der Zug der Luft die Stelle eines Blasbalgs,
«in« ihnen ganz unbekannten Maschine, vertrat.
Durch dieses Mittel wurden die reinern Erze so leicht
geschmelzt, und die Menge des Silbers in Peru
so groß, daß vieles ganz gemeine Hausgeräth oder
Geschirre und Werkzeuge daraus verfertigt wur-
den. Manche von diesen Gesäßen und Zierrachen
sollen, eben so wohl ihr« netten Arbeit als des
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Allgemeines Historien-Buch
von den Merkwürdigen Entdeckungen fremder ehedem ganz unbekannter Länder und Inseln
- Titel
- Allgemeines Historien-Buch
- Untertitel
- von den Merkwürdigen Entdeckungen fremder ehedem ganz unbekannter Länder und Inseln
- Autor
- Gottlob Täubel
- Ort
- Wien
- Datum
- 1796
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 31.0 x 50.3 cm
- Seiten
- 632
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen