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«igentllch mehr zur Pracht als zur Befestigung bei
Schuhes; den dle Schuhe sind so gemacht, daß
sn von selbst nicht so leicht vom Fuße herunter ge-
hen können, weil sie schr platt sind. Will man
sie aber ausziehen, so hat man auch nicht nöthig,
ftc auszuschnallen. Mit Perlen verzieren st« die
Schuhe selten oder gar nicht. Ein gemeiner Schuh
tostet in Lima anderthalb "Pcsos, andere, die mit
Gold oder Silber «ingesaßt sind, tosten acht bis
zehn Pesos; letztere sind aber nicht sehr gewöhnlich.
Es isi bey den dasigen Frauenzimmern sehr
gebräuchlich , daß sie sehr fein« und dünne Strüm-
pfe von weißer Seide nagen, damit man die
Schönheit der Beine dadurch erkennen kann. Manch-
mal tragen sie auch Strumpfe vott andern Far-
ben aber allezeit sehr dünne und von Seide, fassen
ste ein oder sticken sie. Weiße Strumpfe wer«
den aber allezeit höher geachtet, weil dabey dle
Mängcl au den Beinen weniger verborgen wer-
den können. Denn weil dle Beine fast ganz gesehen
und von keinem Rocke oder Kleide bedeckt werden,
so fallen auch ihre Fehler um so leichter in die Au-
gen. Die Frauenzimmer, welche recht schöne Bei-
ne und Füße haben, suchen solche gar nickt z>,
schmücken sondern lassen sl« natürlich. Dieses gibt
ln Gesellschaften öfters zu artigen und spaßhaften
Scherzen Gelegmhett; wo sich ein jedes Frauen-
zimmer gern über die etwa mungellMen, Beine des
an-
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von den Merkwürdigen Entdeckungen fremder ehedem ganz unbekannter Länder und Inseln
- Titel
- Allgemeines Historien-Buch
- Untertitel
- von den Merkwürdigen Entdeckungen fremder ehedem ganz unbekannter Länder und Inseln
- Autor
- Gottlob Täubel
- Ort
- Wien
- Datum
- 1796
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 31.0 x 50.3 cm
- Seiten
- 632
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen