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Di« Stadt Quito hat zwar viele reicht Ein-
wohner, aber doch nicht so viele als Lima. Die
vornehmen Häuser sind mit schönnen Silberge-
schirr und schätzbaren Juwelen und Pretiosen reich-
lich versehen. Ma« sieht oft bey Privatper-
sonen auf dem schönsten Silber.- Service spei-
sen; und bey dem gemeinsten Mann trifft man
wenigstens einige bald größere bald kleinere silber«
n« Gefäß« an, nus denen er ißt und trinkt.
Die Sprache in Qu i to lst theils die alte
Inca-Sprache theils die spanische. Die
ersten Worte, welche die kleinen Kinder lallen ler-
nen, sind aus der Inca-Sprache; denn dit
Sängamme», von denen sie erzogen werden, sind
Ind ianer innen; und diese ist die Mutterspra-
che derselben, und gemeiniglich tonnen sie auch das
Spanische weder reden noch verstehen. Dieß
verursacht , daß die Kinder vor dem fünften
»der sechsten Jahre nicht spanisch reden lernen.
Sie behalten auch dcswcaen eine so verderbte
Aussprache, baß sie in ihren Gesprächen und Re-
densarten oft Wörter aus beyden Sprachen unter
einander mischen, so daß Europäer, welche
beydt Sprachen ordentlich gelernt haben, dabey
oft Dolmetscher nöthig haben.
Der Pomp und die Pracht bty Begräbnissen
ist in Qu i to weit größer als in irgend einer an-
dcrn
Allgemeines Historien-Buch
von den Merkwürdigen Entdeckungen fremder ehedem ganz unbekannter Länder und Inseln
- Titel
- Allgemeines Historien-Buch
- Untertitel
- von den Merkwürdigen Entdeckungen fremder ehedem ganz unbekannter Länder und Inseln
- Autor
- Gottlob Täubel
- Ort
- Wien
- Datum
- 1796
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 31.0 x 50.3 cm
- Seiten
- 632
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen