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einige Indianerinnen verschiedene Reime in ih-
rer Sprache, und so wird die Unterhaltung fortge-
setzt, und dabey immer getrunken, ohne den Tanz
merklich zu unterbrechen. Das merkwürdigste hiev-
bey ist, daß alle diejenigen, welche nicht tanzen,
indessen, nach ihrer gewöhnlichen Art, nlederkauern,
bis die Nclhe an sie kömmt. Der Tisch sieht gleich-
sam nur der Mode wegen da, denn es ist nichts
mchr zn essen drauf, und es setzt sich auch niemand
an denselben. Wenn ihr Gehirn durch das viele
Trinken in Unordnung gerathen ist, so legen sich
beyderley Geschlechter dann alle mit einander schla-
fen, so daß die größten Unordnungen dabey vor-
fallen. Diese Cchmausereyen und Tänze dauern
oft zwey bis drey Tage lang, bis endlich der Pfar-
rer in Person dazu ttmmt, ihnen denChi ch a ans«
gießt, und sie aus einander bringt, damit sie nlcht
jvicbcr neuerdings Chicha zusammen nagen.
Den Tag nach einem solchen Schmause nennen
sie Comho, das ist: der Tag, an welchem man
dasjenige vertrinkt, was dem vorigen Tag übrig
geblieben Ist. Mit eben dem nun, was übrig ge«
blieben ist, wird wieder der Anfang gemacht. So-
bald dieses auch aufgezehrt ist, so holt ein jeder
von den Gästen aus seiner Wohnung die Flaschen
voll Chicha, die er vorrätyig hat, oder es wird
Chicha gekauft, wo er zu bekommen ist. Also
wird den dritten Tag ein neu« Comho an^e-»
Allgemeines Historien-Buch
von den Merkwürdigen Entdeckungen fremder ehedem ganz unbekannter Länder und Inseln
- Titel
- Allgemeines Historien-Buch
- Untertitel
- von den Merkwürdigen Entdeckungen fremder ehedem ganz unbekannter Länder und Inseln
- Autor
- Gottlob Täubel
- Ort
- Wien
- Datum
- 1796
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 31.0 x 50.3 cm
- Seiten
- 632
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen