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fangen; und dieser würde ohne Ende immer sofort
dauern , bis lein Chicha und kein Geld mehr vor-
handen wäre und man nichts mehr geborgt bekom-
men könnte, wenn dle Indianer nicht endlich
durch ihren Pfarrer gestört oder daran gehindert
würden.
Bey ihren Begräbnissen unterhalten sie sich
ebenfalls mit Trinken. Im Traucrhause werden
den Leidtragenden Flaschen mit Chlcha vorgese-
tzet, welche nicht allein selbst davon trinken, son-
dern auch auf die Gasse blüansgchen, und dlc vor-
übergehenden, es mögen vcrehllchte oder unvereh-
lichte seyn, nöthigen , hinein zu kommen , und dem
Verstorbenen zu Ehren zu trinken. Denn das Trin-
ken ist ihre größte Lust und vornehmster Zeltver-
treib , auf welchen sie alle ihre Aufmecklamkeit
richten.
So sehr die Indianer den Trunk lieben so
wenig sind sie der Spiclsucht ergeben, obgleich
diese beyden Laster unter gesitteter« Völkern oft bey
einander anzutreffen. Ci: haben unter sich nur ein
einziges Spie l , welches sie noch aus ihrem altert
Heidenthume beybehalten haben. Sie nennen das-
selbe Pofa, das ist: Hundert, weil hier dcr
gewinnt, welche diese Zahl zuerst voll macht. Cle
gebrauchen dazu zwey Instrumente; das eine be-
steht in einem, hölzernen zweytöpfigten Adler mit
zehn
Allgemeines Historien-Buch
von den Merkwürdigen Entdeckungen fremder ehedem ganz unbekannter Länder und Inseln
- Titel
- Allgemeines Historien-Buch
- Untertitel
- von den Merkwürdigen Entdeckungen fremder ehedem ganz unbekannter Länder und Inseln
- Autor
- Gottlob Täubel
- Ort
- Wien
- Datum
- 1796
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 31.0 x 50.3 cm
- Seiten
- 632
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen