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bald der Indianer beii Bär gewahr wird, so
fängt er an, ihn zu verfolgen. Dieser erwartet
ihn und setzt sich in eine solche Stellung, daß er
sogleich einen Sprung auf das Pferb thun lann.
Sobald aber der Indianer nahe genug an dcn
Bären gekommen ist, so wiift er geschwind dlt
Schlinge über den Bären, und fängt ihn damit am
Halse. Zu gleicher Zeit wickelt er die Schlinge hur-
tig cinigemahl um den Sattel seines Pferdes he-
rum, giebt ihm die Spornen und jagt fort. Der
Bär, der nicht so geschwind nachtrapen kann und
immer nach der Schlinge hascht, um sich loszuma-
chen, wird daher erwürgt. Dieses erfordert in der
That viel Verwegenheit und Geschwindigkeit und
eine Herchaftigkeit, welche man bey Europäern sel-
ten antreffen wild. In der Provinz Alausi hin-
gegen, gegen die östlichen Gebirge zu, wo die
Bären häufig anzutreffen, sieht man derglciche«
Jagden sehr oft, wobey die Indianer selten ver-
unglücken.
Unter den Krankheiten derIudianer sind
di« KinderpockeN (Blattern) bey lhnen am mei-
sten verheerend; denn es kommen sehr 'wenige da-
von, wenn sie einmahl damit befallen werden. Es
vergehen aber manchmahl sieben bis acht Jahre,
ehe stth diese Seuche wieder ben ihnen einstellt. Sie
halten sie für das giftigste und ansteckendste unter
allen Krankheiten, denen sie gemeiniglich untcrwor-
fen
Allgemeines Historien-Buch
von den Merkwürdigen Entdeckungen fremder ehedem ganz unbekannter Länder und Inseln
- Titel
- Allgemeines Historien-Buch
- Untertitel
- von den Merkwürdigen Entdeckungen fremder ehedem ganz unbekannter Länder und Inseln
- Autor
- Gottlob Täubel
- Ort
- Wien
- Datum
- 1796
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 31.0 x 50.3 cm
- Seiten
- 632
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen