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gende Familie des Verstorbenen Wein und Brann-
tewein vorsetzen lassen; wovon sie dann trinken was
ihnen am besten schmeckt. Sobald diese vom Leich-
nam weggegangen sind, so stellen sich andere ein;
«nd so wechseln sie immer ab, bis niemand mehr
vorhanden ist, der die Ceremonie weiter fortsetzen
kann oder will. Hierauf fangen die leibeigenen Mäg-
de und das übrige Hausgesinde weiblichen Geschlechts
tben dieselben Gebräuche an, und sehen sie den
ganzen übrigen Theil der Nacht hindurch fort. Dar-
aus kann man sehen, was für Verwirrung ein Han-
sen von solchen Leuten verursachen müsse, die so
unordentlich durch einander heulen und schreyen! —
Nach der Beerdigung, die mit eben solchem er-
bärmlichen Geheule vergesellschaftet ist, wird die
Trauer ln dem Hause noch neun Tagelang fortge-
setzt ; und die Leidtragenden mänlichen und weib-
lichen Geschlechts, dürfen indessen nicht von dem
Orte hinweggehen, wo sie die Beyleids-Besuche an-
nehmen. Alle ihre Freunde und Anverwandten müs-
sen ihnen die nenn Nächte über vom Untergang der
Sonne an bis zu ihrem Aufgange Gesellschaft lei-
sten. Daben ist die Trauer gemeiniglich natürlicher
und unverstellter, und damit werden die Ceremo-
nien beschlossen.
Das Cllma ober die Witterung ist in Carl Ha-
gen« im Ganzen genommen sehr heiß, so daß di«
Ein-
Allgemeines Historien-Buch
von den Merkwürdigen Entdeckungen fremder ehedem ganz unbekannter Länder und Inseln
- Titel
- Allgemeines Historien-Buch
- Untertitel
- von den Merkwürdigen Entdeckungen fremder ehedem ganz unbekannter Länder und Inseln
- Autor
- Gottlob Täubel
- Ort
- Wien
- Datum
- 1796
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 31.0 x 50.3 cm
- Seiten
- 632
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen