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Haufen auf. Ihr Geruch ist so scharf, daß si« das
Aas bis auf drey oder vier Meilen weit spiühren.
Finden sie ein todtes Thier, so gehen sie nicht eher
davon, bis sie solches bis aufdas Gerippe reln auf-
gezehrt haben. Ihr Flug ist anfänglich schwerfäl-
lig; nach und nach aber «heben sie sich so hoch in
die Luft, daß man sie endlich ganz aus dem Gesichte
verliert. Hätte die Natur die dortige Gegend nicht
mit diesen Gallinassen hänfig versehen, so w;n'-
den die Menschen daselbst vor Gestank nicht leben
können, weil durch die beständige Hitzc alle Thier-
körper so lcicht verwesen, und die Luft sehr verun-
reinigen wmdcn. Wenn die Gallinassen in den
Städten und Dörfern kein Aas finden, fitegcn sie
in die Felder, und suchen lebendige Thiere zu fan-
gen und zu fressen. Man findet auch Gallinas-
sen, die etwas größer sind als die gewöhnlichen,
sich aber nur auf den Feldern aushalten. Diese
sind aber nicht so zahlreich. Man nennt fieReycs
de Ga l l i nazos oder Königeder Gal l i -
nassen.
Die Menge der Vögel, welche man in dieser
heißen Landschaft findet, ist so groß, daß man sie
nicht alle beschreiben, sondern wegen der Cchün-
hcit und Verschiedenheit der Farben ihrer Federn
nur bewundern kann. Einige darunter vergnügen
das Ohr mit ihrem lieblichen harmonischen Gesang
ungcmein, so wie es andere wieder durch ihr un-
angenehmes und umegclniäßiges Geschrey belästigen.
Di?
Allgemeines Historien-Buch
von den Merkwürdigen Entdeckungen fremder ehedem ganz unbekannter Länder und Inseln
- Titel
- Allgemeines Historien-Buch
- Untertitel
- von den Merkwürdigen Entdeckungen fremder ehedem ganz unbekannter Länder und Inseln
- Autor
- Gottlob Täubel
- Ort
- Wien
- Datum
- 1796
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 31.0 x 50.3 cm
- Seiten
- 632
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen