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Die giftigsten und gemeinsten unter denSchlan-
gen dasigcr Gegend sind die Corallensch lan-
gen. Diese sind gewöhnlich vicr bis fünf Schul)
lang und einen Zoll dick. Ihre Haut über den gan-
zen Körper ist gewürfelt, und abwechselnd, gelb
grün und schön carmesinroth gefärbt. Ihr Kopf
ist platt und längllcht wie bey den europäischen
Schlangen. Sie hat spitzige Zahne, mit dene» sie
beißt. Die Wirkung ihres Bisses ist schnell; denn
gleich nach demselben dringt das Blut des gebissenen
Menschen durch allc Oeffnungen oder Werkzeuge der
Sinnen hervor; es zerreißen dabey die Häutchen
aus den Vordertyeilcn oder Spitzen der Finger,
und das Blut springt daher sowohl aus dcil Fin-
gern als aus den innern Theilen heraus, so daß
der Verwundete in kurzer Zeit sterben muß.
Die Klapperschlange oder Cascabel ist
gewöhnlich nicht sogroß als die Coral len schlän-
ge, sondern selten über drittehalb Schuh lang. Ihre
Farbe ist aschgrau mit dunkelfarbigen Wellen unter
mischt. Am Ende des Schwanzes befindet sich das,
was man gemeiniglich Cascabel oder die Klap-
per nennt. Dieses Glied hat die Gestalt einer ge-
trockneten Schote mit dürren Erbsen , und auch der-
selben ähnliche Abtheilungen, in welchen sich fünf
odcr sechs kleine runde harte Knochenartige Kör-
perchen befinden, welche allemal, so oft sich die
Schlange bewegt, <!u Getöse oder Geklapper ver-
ursachen. Dah« auch ihr Name Klapperschlan-
ge
Allgemeines Historien-Buch
von den Merkwürdigen Entdeckungen fremder ehedem ganz unbekannter Länder und Inseln
- Titel
- Allgemeines Historien-Buch
- Untertitel
- von den Merkwürdigen Entdeckungen fremder ehedem ganz unbekannter Länder und Inseln
- Autor
- Gottlob Täubel
- Ort
- Wien
- Datum
- 1796
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 31.0 x 50.3 cm
- Seiten
- 632
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen