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Vor 1918
Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen - Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
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Seite - 30 - in Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen - Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900

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© 2020, V&R unipress GmbH, Göttingen ISBN Print: 9783847110606 – ISBN E-Lib: 9783737010603 Drittens fehlteweitgehenddie für ImperientypischeAsymmetrie, vorallem in Form flexibler „Außenzonen“ zu vermeintlich barbarischen, inferioren Nachbarn.12 Diplomatisches Zeremoniell und die Festlegung der Territorien inklusive derUmgestaltung einer bis ins 19. Jahrhundert bestehendenMilitär- grenze verwiesenvielmehr selbst in denumkämpften südosteuropäischenGe- bietenaufeinebisinsDetaildargestellteSymmetriezwischenHabsburgernund Osmanen.13 Viertens und andererseitswar jedoch gerade derGegensatz zwischenWien und der Pforte imperial aufgeladen,mit entsprechendenKreuzzugsideen, ge- stützt von religiösem und dynastischem Denken, das bisweilen universale Ordnungsvorstellungenmiteinschloss.14 DasEndederHerrschaftüberSpanienundseinmaritimesWeltreichbrachte hinsichtlichdessenallerdingsRückschlägemit sich,welchedieCasadeAustria zunächst durch eine Stärkung ihres Einflusses imDonauraumundamBalkan kompensierte. Hinzukamdie Führungsrolle imHeiligenRömischenReich.DessenAuflö- sung imKampf gegenNapoleon nahmder habsburgischenMacht dann aber endgültig viel von ihrer imperialenAura. Ein österreichisches Kaisertummit schwacher Gesamtreichsidentität bot keinen Ersatz, umsomehr als es gegen Preußenund Italien letztlichunterlag undmit demRückzug ausDeutschland und der Apenninenhalbinsel auch territorial alte Ansprüche auf Größe und Einflussaufgebenmusste.15 Diek.u.k.-Balkanpolitikder folgendenDekadenundihreAuswirkungenauf den ErstenWeltkrieg treten solcherart als spät- und möglicherweise bereits postimperiales Konfliktfeld in Erscheinung. Sie verweisen zudem auf ein Spannungsfeld zwischen der aufrechterhaltenen Ideologie beziehungsweise Mentalität des Imperiums16, zumindest in Gestalt seiner Entscheidungsträger und teilweise seiner ,staatstragenden Völker‘, einerseits und – andererseits – demVerlustanimperialenStrukturenundRessourceneinerMonarchie,die,wie ArnoStrohmeyerresümiert,„keinvollwertigesImperiumwar, jedochimperiale Dimensionenaufwies“.17 12 Münkler, Imperien (wieAnm.1), S. 16f. 13 Strohmeyer,DieHabsburgermonarchie (wieAnm.4), S. 1041–1044. 14 Strohmeyer,DieHabsburgermonarchie (wieAnm.4), S. 1044–1047. 15 Matthias Stickler, Reichsvorstellungen in Preußen-DeutschlandundderHabsburgermon- archie inderBismarckzeit, in:FranzBosbach/HermannHiery(Hg.), Imperium–Empire– Reich. EinKonzept politischerHerrschaft imdeutsch-britischenVergleich (Prinz-Albert- Studien, 16),München1999,S. 133–154. 16 Zur imperialen Ideeauch:Leitner, Imperium(wieAnm.2), S. 223. 17 Strohmeyer,DieHabsburgermonarchie (wieAnm.4), S. 1049. HannesLeidinger30
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Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
Titel
Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen
Untertitel
Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
Autoren
Wolfram Dornik
Bernhard Bachinger
Stephan Lehnstaedt
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-1060-3
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
362
Schlagwörter
KUK, K.U.K, Habsburg, Monarchie, Österreich-Ungarn
Kategorien
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