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Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen - Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
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© 2020, V&R unipress GmbH, Göttingen ISBN Print: 9783847110606 – ISBN E-Lib: 9783737010603 fest: „Franz Josefs geschichtliche Bedeutung ist unschwer zu bestimmen:mit ihmendetdasHabsburgische Imperiumund in seinenGeschicken ist es abge- schlossen; und seine Aufgabe war es, dem neuen Staate, dessen räumliche Grenzenwohl beschränkt, dessen innere Entwicklungsmöglichkeiten aber un- begrenzt sind,dieBahnzueröffnen.“26 Kommentare–von1912bis1914 Hierwurde also das Ende des imperialen Charakters eines Reiches angespro- chen, nicht aber ein Mangel an Gestaltungschancen im Donauraum, wofür gleichfallsAnschauungsmaterialexistierte:DiewirtschaftlichenEntwicklungen, die kulturelle und soziale Dynamik, aber auch die Ausgleichsbemühungen zwischendenNationalitäten inZentraleuropagabenkeineswegs allein ausder SichtvonHof-undRegierungskreisenAnlasszurHoffnung.27 AlledaraufBezugnehmendenKonzeptemitambitionierterenZielsetzungen fanden innerhalb der organisierten Arbeiterbewegung für gewöhnlich keine Billigung.DieparlamentarischenDebatten inderHabsburgermonarchiewaren dafür ein gutes Beispiel. Der tschechische Sozialdemokrat Antonin Nemec wendetebeispielsweise imZusammenhangmitErwägungenüberdieStärkung der k.u.k.-Marine ein: „Wir haben keine Kolonien, wir haben keinen nen- nenswerten Außenhandel; unser Außenhandel nach der Levantemacht nicht einmal soviel aus,wie einKriegsschiff kostet.Was sollenunsereKriegsschiffe nützen,wennwirvonallenMärkten,diewirfrüherbeherrschthaben,verdrängt werden?“28NemecrichteteseinAugenmerkaufeine„ökonomischeGesundung“, während Gesinnungsgenosse Wilhelm Ellenbogen vor dem Hintergrund der Balkankriegenoch einmal die langjährigeParteilinie betonte, eine innereUm- gestaltungderMonarchieohneimperialeAttitüden.Dahergelteesauch,anders wie in letzterZeit,einenselbstschädigendenHandelskriegmitSerbienalsFolge der bilateralen Konfrontation zu beenden und freundschaftlicheWirtschafts- beziehungengerade indieserRegion zu forcieren.Ansonstenmüsseman ein- sehen,„daßdieRolleÖsterreichsaufdemBalkanausgespielt istunddaßwirmit verschränktenArmen, ohneuns einzumischen, zuzusehenhaben,was sichda untenvollzieht.“29 Eswaren solcherart dieBlätter der Linken, die,wie derBöhmerwald-Volks- bote, das „neueWort“ des „Imperialismus“ und das damit verbundene, „der 26 Arbeiter-Zeitung332(02.12.1908), S. 1. 27 ChristopherClark,TheSleepwalkers.HowEuropewent toWar in1914,London2013,S. 73 und83–87. 28 DelegationdesReichsrates, 7. Sitzungder48.Sessionam16.12.1913, S. 369. 29 DelegationdesReichsrates, 2. Sitzungder48.Sessionam10.12.1913, S. 26und31. WardieHabsburgermonarchieein Imperium? 33
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Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
Titel
Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen
Untertitel
Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
Autoren
Wolfram Dornik
Bernhard Bachinger
Stephan Lehnstaedt
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-1060-3
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
362
Schlagwörter
KUK, K.U.K, Habsburg, Monarchie, Österreich-Ungarn
Kategorien
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