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Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen - Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
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Seite - 42 - in Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen - Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900

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© 2020, V&R unipress GmbH, Göttingen ISBN Print: 9783847110606 – ISBN E-Lib: 9783737010603 desk.u.k.-Doppelstaates.ÖsterreichsundUngarnsMinisterpräsidenten stan- den etwaZollunionsplänendistanziert gegenüber, dieGesprächemit demHo- henzollernreich über eine wirtschaftliche Annäherung versandeten rasch. Im k.u. k.-Außenministerium und in regierungsnahen Zeitungen gab man sich bezüglichder„Mitteleuropa-Idee“zugeknöpft.59 Ungeachtet derartiger Einschränkungen, verwendete kurz danach, im Ge- folge des Zerfalls des Habsburgerreiches, speziell die Arbeiter-Zeitung die Kampfbegriffe„Imperium“und„Imperialismus“vorallemdazu,dieHerrschaft des„HausesÖsterreich“zubrandmarken.NichtdieUnterdrückungspeziellder „slawischen Völker“ stand hierbei jedoch imMittelpunkt der Ausführungen, sondernvielmehrdas„Massenschlachten“fürdieDynastie,diesich,betontedie AZam18.Dezember1918, „vomdeutschenBlutegenährthabe“.60 Der vollständig pejorative Ausdruck diente nun gleichzeitig zur Veran- schaulichung der Schwierigkeiten für die kommende Nachkriegsordnung in multiethnischenRegionen. DieGrazerMittags-Zeitung informierte ihre Leser am6.Dezember1918beispielsweisedarüber, dass eineDelegationdes „slowa- kischenVolkes als solches“ es ablehne, „unter ein tschechisches Imperiumge- stellt“ zu werden.61DreiWochen zuvor, exakt am 14.November, war es wie- derumdieArbeiter-Zeitung, die ein „rumänisches ImperiumsüberSiebenbür- gen“bemäkelte.62 ZusammenfassungundErgänzung Mit demTerminus „Imperium“ inder Propagandaschlacht ab 1914hobunter anderemdiePressederDonaumonarchiedieUnterdrückungvonverschiedenen Völkern indenFeindstaatenhervor, eineDefinition,diedannauch indenMe- dien der entstehendenAlpenrepublik den Imperiums-Charakter der Nachfol- gestaatenÖsterreich-Ungarns belegen sollte. In Summe stehen dieser, auch mittelskriegsbedingterFeindbildverstärkungverursachtenSimplifizierungund Ausblendung von Defiziten der k.u.k.-Nationalitätenpolitik differenziertere Debattenvor 1914gegenüber.Dabei erweist es sich als sinnvoll, denTerminus „Imperialismus“, trotz seiner ideologischenFärbungenundderdabei erkenn- baren, aus ForschungsperspektivenhinderlichenKonzentration auf denMacht- willen eines Herrschaftszentrums, nicht zu sehr vom Ausdruck „Imperium“ loszulösen.Auchwenn imeinenFalldasNormative-Wertendeund imanderen 59 Ehrenpreis,Kriegs-undFriedensziele imDiskurs (wieAnm.55), S. 114und177. 60 Arbeiter-Zeitung345(18.12.1918), S. 1. 61 GrazerMittags-Zeitung280(06.12.1918), S. 4. 62 Arbeiter-Zeitung311(14.11.1918),S. 3;vgl. IllustriertesÖsterreichischesJournal1369(25. 11.1918), S. 2. HannesLeidinger42
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Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
Titel
Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen
Untertitel
Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
Autoren
Wolfram Dornik
Bernhard Bachinger
Stephan Lehnstaedt
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-1060-3
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
362
Schlagwörter
KUK, K.U.K, Habsburg, Monarchie, Österreich-Ungarn
Kategorien
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