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Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen - Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
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Seite - 79 - in Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen - Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900

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© 2020, V&R unipress GmbH, Göttingen ISBN Print: 9783847110606 – ISBN E-Lib: 9783737010603 stiftetesieeinetaktischeGemeinsamheit impolitischenWiderstandgegen denKolonisator.52 (7.) WirtschaftlicheErschließung:53DieoffizielldurchdieMonarchieauferlegte Beschränkung, dass Bosnien-Herzegowina einerseits durch eine allmäch- tige Bürokratie regiertwurde, sich andererseits aber aus denProvinzein- nahmen selbst finanizieren sollte, kennt etliche Präzedenzfälle auch bei Kolonialgebieten sensu stricto. Paradoxerweise verhinderte aber gerade dies –was gernevonHabsburg-Nostalgikern insFeld geführtwird– eine kapitalistischeAusbeutung der besetztenGebiete, bis in die letzten Jahre hinein, als privates Kapital in die Region floß und vor allem ungarische BankeneinezunehmendePräsenzals Investorenzeigten.Ebensowirddie infrastrukturelleErschließungBosniens(derBauvonrund2.000kmStraße und1.000kmBahnlinien)54 als Entlastungsmaterial angeführt – aberdies sindgenaudie ,zivilisatorischenErrungenschaften‘,mit denen sichKolo- nisatorenauchinanderenTeilenderWeltgeschmückthaben.Dieeinseitige EntwicklungderbesetztenGebiete, die ihreAbhängigkeit zu einem ,Mut- terland‘ eher verstärkt,55 sindebenso typisch fürkolonialeRegimesdieser Zeit;EvelynKolmmeintdazu: „EinTransfer vonGeldundGütern als Zinszahlung für gewährteAnleihen, Repa- triierungderGewinneösterr. undungar. FirmenundErsatzderBesatzungskosten lassensichebensonachweisen,wiedieforcierteAusbeutungderRohstoffeBosniens undderHerzegowinaunddiedamitverbundenenungünstigen ,termsof trade‘,die einseitige Ausrichtung des Außenhandels und die Verhinderung des Aufbaus be- stimmter Wirtschaftszweige durch die schlagartige Inklusion im gemeinsamen Zollgebiet.“56 (8.) „Laboratory of Modernity“ vs. administrativer Konservatismus: Dient Bosnien-Herzegowinawie auch andere imperiale Peripherien als Experi- mentierfeld in technologischer wie sozialer Hinsicht (wie z.B. mit dem frühenelektrischenTramway–SystemfürSarajevoseit1885),sostehtdieses Phänomen, zu dem sichVergleichsmengen in anderen europäischenKo- 52 Vgl. Sugar, IndustrializationofBosnia-Herzegovina(wieAnm.28), S. 26,30f. 53 Siehe insbes. Sugar, Industrialization of Bosnia-Herzegovina (wie Anm.28); John Lampe/ Marvin R. Jackson, Balkan Economic History, 1550–1950. From Imperial Borderlands to DevelopingNation(JointCommitteeonEasternEuropePublicationSeries,10),Bloomington 1982. 54 Vgl.Marie-JanineCalic,Geschichte Jugoslawiens im20. Jahrhundert,München2010,S. 17. 55 Vgl. auchKolm,DieAmbitionenÖsterreich-Ungarns (wieAnm.13), S. 247. 56 Kolm,DieAmbitionenÖsterreich-Ungarns (wieAnm.13), S. 251; vgl. Stoler/Cooper, Bet- weenMetropoleandColony(wieAnm.44), S. 19. (Post-)Kolonialismus in ,Kakanien‘ 79
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Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
Titel
Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen
Untertitel
Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
Autoren
Wolfram Dornik
Bernhard Bachinger
Stephan Lehnstaedt
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-1060-3
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
362
Schlagwörter
KUK, K.U.K, Habsburg, Monarchie, Österreich-Ungarn
Kategorien
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