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Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen - Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
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© 2020, V&R unipress GmbH, Göttingen ISBN Print: 9783847110606 – ISBN E-Lib: 9783737010603 Hinsicht gewissermaßen lohnte beziehungsweise ob sich die in sie gesetzten Hoffnungenerfüllten.2 Das adressiert dreiAspektemoderner Imperialismusforschung:Erstensdie derHerausforderungeinesKriegesfüreinImperium.DieOkkupationensollten indenAugenderWienerZentralezunächstdiewirtschaftlicheBelastunglindern und die äußere Bedrohung weiter von den ursprünglichen Grenzen hinweg- schieben. Siewaren indieserHinsicht als stabilisierenderFaktor fürdasReich gedacht, aber dafür musste zunächst eine Durchdringung garantiert sein. ZweitensmusstedieHerrschaft derDifferenz innerhalb vonwenigenMonaten neuaustariertwerden,sowohlfürdiebereitszumImperiumgehörendenVölker alsauchfürdieneudazugekommenen:WieumgehenmitdenBesetzten,dieteils als feindlich, teils als ,befreit‘ galten?Und lief dieseUmgestaltung derMacht- verhältnisse–drittens–aufeineBinnenkolonialisierunghinaus? DieerstenbeidenAspektewarenzugleichdiedringendstenAufgaben,diesich unmittelbar stellten. Zeitlich über den Krieg hinausreichende Planungen er- lauben zwar ebenfallsAussagen zum imperialen Selbstverständnis, dochdiese müssen vage blieben, weil sie nicht mit der tatsächlichen Entwicklung kon- trastiertwerdenkönnen.WennhierexemplarischdiedreiFallbeispieleSerbien, UkraineundPolenindenBlickkommen,dannistderenAussagekraftjedochaus anderemGrundbeschränkt:DieBesatzungbliebeinetemporäreEntscheidung. Abergerade inextremisoffenbaren sichDynamiken,diebei langfristigenEin- gliederungsprozessen wie etwa in Galizien zwischen 1772 und 1914 geglättet wurden.PolemischformuliertzeigtderErsteWeltkrieg–unddasgiltnichtnur für dieOkkupationen–dieRadikalität, zu derÖsterreich-Ungarn inhöchster Not fähigwar:Nach1914belastetenMilitarismus,BürokratieundAutoritaris- mus die Menschen viel mehr. Und so brachte der Krieg den Untergang des verklärten Habsburgerreichs auch deshalb, weil die imperialen Herausforde- rungenebennur imFriedenundauf friedlichemWegebeherrschbarwaren. InderRückschau vergrößertendie drei Besatzungen in Serbien, Polenund der Ukraine die Schwierigkeiten der Wiener Zentrale bei der Lenkung des Reichs. Doch den Zeitgenossen schienen sie beinahe zwingend notwendig zu sein:DieDoppelmonarchie litt bereitsnachwenigenMonatenanAuszehrung, und inCisleithanienherrschtewährendder ganzenKriegsjahreMangelernäh- rung.3 Gleichzeitig wuchs der Bedarf an Ressourcen für die Kriegführung, Rüstungsgüter aber auch Soldaten wurden händeringend gesucht. Hochflie- gende imperialistische Ambitionen, wie sie etwa Leopold von Andrian im 2 Vgl. als reinökonomischePerspektive ohneBerücksichtigungderDoppelmonarchie: Peter Liberman,DoesConquestPay?TheExploitationofOccupiedIndustrialSocieties (Princeton Studies in InternationalHistoryandPolitics),Princeton1996. 3 Felix Butschek,ÖsterreichischeWirtschaftsgeschichte. Von der Antike bis zur Gegenwart, Wien2011,S. 171–179. StephanLehnstaedt100
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Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
Titel
Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen
Untertitel
Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
Autoren
Wolfram Dornik
Bernhard Bachinger
Stephan Lehnstaedt
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-1060-3
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
362
Schlagwörter
KUK, K.U.K, Habsburg, Monarchie, Österreich-Ungarn
Kategorien
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