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Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen - Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
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Seite - 112 - in Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen - Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900

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© 2020, V&R unipress GmbH, Göttingen ISBN Print: 9783847110606 – ISBN E-Lib: 9783737010603 satzungsgebiet einePolitik zubetreiben,die sichvonDeutschlandbewusst ab- setzteundauf eineZwei-Staaten-Lösungabzielte:Kraußverfolgtedie Idee,die UkrainezwischendenMittelmächtenaufzuteilen,umdamitungehindertenund alleinigenZugriffwenigstensaufdiesüdlichenLandesteileumOdessazuhaben. Explizitgingesihmdabeinichtumeinen(schein-)selbständigenStaat,sondern einGebietunterdirektermilitärischerKontrolle–unterAusschaltungauchdes Ballhausplatzes, um so derArmee alle Ressourcen zu sichern. Aber er konnte sichnichtdurchsetzen.44 Bei all diesen Zielkonflikten innerhalb der österreichisch-ungarischen Or- ganeundzwischendenMittelmächtenisteskaumüberraschend,dassauchdie wirtschaftliche Erschließung nicht vorankamundweder im Sinne einer Inte- gration inden eigenenMachtbereichnoch für ZweckederAusbeutung erfolg- reich war: Das Eisenbahnwesen in der Ukraine war weitgehend privatwirt- schaftlichorganisiert, eineEinflussnahmegelangnicht.VonKiewnachOdessa sollte zwar eine neue Strecke gebaut werden,mehr als Gedankenspiele waren indes nicht zu beobachten. Die Wiederinbetriebnahme der Schwerindustrie erwiessichebenfallsalschaotisch,weilRohstoffenichtvorhandenwarenunddie AusbeutungderKohlengrubenimOstendesLandesnichtfunktionierte.Erneut war es anDeutschland,Kohle zu liefern, umüberhauptGetreide ausführen zu können.45 DazukamalsgravierendesProblemdieLandfrage,alsodieVerteilungderzu einemhohenAnteil indenHändenvonGroßgrundbesitzernbefindlichenAn- bauflächen.VieleKleinbauernwarenmit ihrenHöfennicht einmal zurSubsis- tenzwirtschaft in der Lage, geschweige denndazu,Überschüsse andieMittel- mächte zu liefern.Diesen sozialen Sprengstoff wollten die Besatzer aber nicht anrühren,weil sie einenwesentlichenRückgang auchderGetreidelieferungen vondengrößerenGüternbefürchteten. ImBestreben,denStatusquozuerhal- ten, verloren sie viele Sympathien, gewannen aber keine hinzu – und hatten zugleichnichteinmalnennenswertewirtschaftlicheErfolge.AberdieseSituation erschien ihnenimmernochbesseralsdasbefürchteteChaos.46Erneutmussdie Politik also als rein situativ charakterisiert werden, ohne irgendwelche lang- fristigePerspektive. 44 WolframDornik/PeterLieb,DieBesatzungsverwaltung,in:dies./Kasianov/Leidinger/Miller/ Musial (Hg.),DieUkraine (wieAnm.40), S. 249–280,hierS. 268f. 45 Golczewski,DeutscheundUkrainer (wieAnm.37), S. 324. 46 Dornik/Lieb,DiewirtschaftlicheAusnutzung(wieAnm.43),S. 286–288. StephanLehnstaedt112
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Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
Titel
Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen
Untertitel
Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
Autoren
Wolfram Dornik
Bernhard Bachinger
Stephan Lehnstaedt
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-1060-3
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
362
Schlagwörter
KUK, K.U.K, Habsburg, Monarchie, Österreich-Ungarn
Kategorien
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