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Vor 1918
Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen - Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
Seite - 115 -
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Seite - 115 - in Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen - Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900

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© 2020, V&R unipress GmbH, Göttingen ISBN Print: 9783847110606 – ISBN E-Lib: 9783737010603 einer,effektiveren‘Ausbeutunggeführthätte,bleibtdaherkontrafaktisch;blickt manallerdingsaufdenZweitenWeltkrieg,musses starkbezweifeltwerden. WennalsoExpansionwährenddesErstenWeltkriegsvorwiegendökonomi- schenZielendienenmusste, diese abernichtnurwegendereigenen Inkompe- tenz,53 sondern auch wegen der allgemeinen Rahmenbedingungen gar nicht erreichbarwaren,wozudannüberhaupt erobern?DieseFrage stellten sichdie Zeitgenossen–ausgutemGrund–nicht,denn füreinenSiegwarnatürlichdie Niederringung des Feindes unerlässlich. Manmusste dessen Territorium be- tretenunddabeidieeigenenKostensoniedrigwiemöglichhalten.Nursokonnte derKriegüberhauptgeführtwerden.Undnebenbeibetrachtet: erhatte riesige und vollkommen unvorhersehbare ökonomische Implikationen, aber diesbe- züglicheÜberlegungenspieltennureine sehrnachrangigeRolle.54 ExpansionistalsodaszentraleMittelzumSiegundmussbisdahindieeigene wirtschaftlicheBelastung reduzieren. IndiesemSinnebedeutet ,wofür Expan- sion?‘, dieFragezustellen,obdieBesatzungendenBesatzerntatsächlicheinen ökonomischen Vorteil brachten oder nur noch mehr Kosten verursachten. Wirtschaft berührtmithin denKern jedesKrieges derModerne.Nurmitma- teriellen undpersonellenRessourcen kannüberhaupt ein Sieg erzielt werden, undwer diese nicht –wie dieMittelmächte – in den eigenen Territorien vor- handen hat, muss sie anderswo besorgen. Im ErstenWeltkrieg bedeutete das vielfachabernichtsanderes, alswie seitUrzeitenausdemLandezu leben. Messbar imSinneeines impact factor istder,Wert‘vonBesatzungnicht;klar ist aber, dass die Erwartungen nicht annähernd erfüllt wurden und auch die absolutenMengengeringblieben.FürdieMittelmächtewäre–wennüberhaupt– nurmit denvereinten (undvollständigmobilisiertenpersonellenundmateri- ellen)RessourcendererobertenGebiete einSiegmöglichgewesen.Diese stan- denaberausdenverschiedenstenGründennurbruchstückhaft zurVerfügung. Nicht zuletzt in dieser Hinsicht wurde zwischen 1914 und 1918 kein ,totaler Krieg‘ geführt.DieExpansionals zugleichnotwendigeundunlösbareAufgabe hatte daher, so wie sie tatsächlich stattfand, im Grunde nur Nachteile für Österreich-Ungarn.Aberdasgilt auch fürdenErstenWeltkriegalsSolchen. 53 ZudieserInterpretationdasFazitbeiLehnstaedt, ImperialePolenpolitikindenWeltkriegen (wieAnm.8), S. 464. 54 SelbstunteranderenBedingungenalsdemErstenWeltkriegwarein ,Wirtschaftskrieg‘ eher eine theoretischeÜberlegung. Vgl. SönkeNeitzel, VonWirtschaftskriegen und derWirt- schaft imKriege, in:Dornik/Gießauf/Iber(Hg.),KriegundWirtschaft(wieAnm.41),S. 49– 66,hierS. 56. EinEndemitExpansion 115
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Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
Titel
Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen
Untertitel
Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
Autoren
Wolfram Dornik
Bernhard Bachinger
Stephan Lehnstaedt
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-1060-3
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
362
Schlagwörter
KUK, K.U.K, Habsburg, Monarchie, Österreich-Ungarn
Kategorien
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