Seite - 119 - in Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen - Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
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ISBN Print: 9783847110606 – ISBN E-Lib: 9783737010603
(Zara) undSplit (Spalato), „Venezianisch-Albanien“2mit derBucht vonKotor
(Cattaro) – einemder besten natürlichenTiefwasserhäfen derWelt – undder
gleichnamigenStadtals administrativemundwirtschaftlichemZentrum.
DieAdriawar seit demhohenMittelalter einvenezianischesmare clausum,
mit dem osmanischen Vorstoß im 15. Jahrhundert wurde das Randmeer zu
einem zwischen dem Osmanischen Reich im Osten und den christlichen
Mächten imNorden undWesten umstrittenen Grenzraum.3Das Osmanische
Reich kontrollierte die Lika, Bosnien, die Herzegowina und den größten Teil
Albaniens.EinzigdieStadtrepublikDubrovnikunddasFürstbistumMontene-
gro,zudemauchdashochüberderBuchtvonKotoraufragendeLovc´enmassiv
gehörte, konnten–alsVasallendesosmanischenSultans– eineTeilautonomie
wahren. Im Schatten Venedigs, der damals größten und reichsten Stadt des
christlichenEuropa,undzugleich inKonkurrenzzur ,Serenissima‘ rücktendie
HabsburgerabMittedes14. JahrhundertsandieAdriavor:DaszurGrafschaft
Görz gehörende SanGiovanni diDuino amGolf vonTriest nördlich der istri-
schenHalbinselwurde1366habsburgisch,dieStadtTriest folgte imJahre1382.4
1465wurdeRijeka (Fiume) erworben, dieHabsburger hattendamit einenZu-
gangzurKvarner-Bucht (sieheKarte1).
DasOsmanischeReich erreichte in der Regierungszeit Sultan Süleymans I.
(1494–1566) den Gipfel seiner Macht, 1529 belagerten osmanische Truppen
Wien.AufdenLangenTürkenkrieg (1593–1606) folgte danneine fast sechzig-
jährige Friedensperiode zwischendenOsmanenunddenHabsburgern, die in
dieser Zeit ihrenFokus jeweils auf andere innen- und außenpolitischeGegner
lenkten.AuchzwischenVenedigunddemOsmanischenReichsollteesnachdem
EndedesViertenOsmanisch-VenezianischenKrieges (1570–1573), indemdie
Venezianer Zypern verloren hatten, für siebzig Jahre zu keinen Kampfhand-
lungenkommen.DaesVenedig aber gelungenwar, das südlichder Straßevon
OtrantogelegeneKorfugegendieOsmanenzuhalten,bliebdieAdriaeinnahezu
exklusives venezianisches Einflussgebiet. Die Republik ging auch weiterhin
gegen jedweden Eindringling in ihrenmaritimenHerrschaftsbereich vor und
2 Zur spätmittelalterlichenGeschichte diesesRaumes sieheOliver Jens Schmitt,Das venezia-
nischeAlbanien: 1392–1479(SüdosteuropäischeArbeiten,110),München2001.
3 PamelaBallinger, LiquidBorderland, InelasticSea?Mapping theEasternAdriatic, in:Omer
Bartov/EricD.Weitz(Hg.),ShatterzoneofEmpires.CoexistenceandViolenceintheGerman,
Habsburg, Russian, andOttomanBorderlands, Bloomington 2013, S. 423–437, hier S. 424–
425.
4 AndreasHelmedach, DasVerkehrssystem alsModernisierungsfaktor: Straßen, Post, Fuhr-
wesenundReisennachTriest undFiumevomBeginndes 18. Jahrhunderts bis zumEisen-
bahnzeitalter (SüdosteuropäischeArbeiten,107),München2000,S. 49.
DerDrangnachSüden 119
Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen
Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
- Titel
- Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen
- Untertitel
- Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
- Autoren
- Wolfram Dornik
- Bernhard Bachinger
- Stephan Lehnstaedt
- Verlag
- V&R unipress GmbH
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1060-3
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 362
- Schlagwörter
- KUK, K.U.K, Habsburg, Monarchie, Österreich-Ungarn
- Kategorien
- Geschichte Vor 1918