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Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen - Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
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© 2020, V&R unipress GmbH, Göttingen ISBN Print: 9783847110606 – ISBN E-Lib: 9783737010603 PolitikderDifferenz? DieBevölkerungdesMilitärgeneralgouvernements bestand in ethnischerHin- sicht vor allemausPolen, JudenundRuthenen (Ukrainern), inkonfessioneller Hinsicht aus Anhängern der römisch-katholischen und der orthodoxenKon- fession sowie des Judentums. Andere, kleinere ethnische beziehungsweise konfessionelleGruppen,wieetwaHuzulen,spieltenkeinewesentlicheRolle.Die Lage dieser drei Hauptgruppen in der Besatzungszeit unterschied sich, doch wäre es schwierig, in der Besatzungspolitik eine Linie zu erkennen, die eine dieserGruppenfavorisiertoderdiskriminierthätte.10MancheMaßnahmender BehördenkameneinerGruppezugute,anderediskriminiertensieoderwurden als feindselig aufgefasst.Man führtedieGewissens-undBekenntnisfreiheit ein underkanntealleReligionsgemeinschaftenan,dieinderHabsburgermonarchie einen legalen Status besaßen. DieMitglieder von rechtlich nicht anerkannten Gemeinschaften erhielten das Recht, ihre religiösen Praktiken frei zu Hause ausüben zu können.11 Für die Arbeit der Behörden hattenwirtschaftlicheAs- pektePriorität. FürdiePolenunddierömisch-katholischeKirchebedeutetederRückzugder russischen Verwaltung und Streitkräfte das Ende der diskriminierenden und russifizierendenzaristischenPolitik,dieseitmehralseinemhalbenJahrhundert betrieben worden war. Die einzelnen Maßnahmen der Besatzungsbehörden schufendieMöglichkeit für eine sehrdynamischeEntwicklungdespolnischen nationalen, politischen und kulturellen Lebens in legaler Gestalt. Der Besuch öffentlicher Schulen standallenEinwohnernohneRücksicht auf Staatsbürger- schaft oder Religion frei. Zur Unterrichtssprache in den öffentlichen Schulen wurdedasPolnischebestimmt.KirchenundGlaubensgemeinschaftenerhielten dieMöglichkeit, konfessionelle Schulen zu eröffnen, auch die Gründung von Privatschulenwurdeerlaubt,12diefürdiePolenimrussischenTeilungsgebietein SynonymfürdaspolnischeSchulwesengewesenwaren. Zugleich machte sich die Verschlechterung der Wirtschaftslage sehr be- merkbar.DieDemontage vonFabrikenundderenAbtransport zusammenmit Leitungspersonal, Unterlagen und Geldmitteln, dazu die Deportation von MenschenunddieTaktikder,verbranntenErde‘,hattenkatastrophalgewirkt.Zu diesenrussischeMaßnahmenkamdiePolitikderBesatzungsbehörden,weshalb 10 Anders argumentiert StephanLehnstaedt, Imperiale Polenpolitik indenWeltkriegen.Eine Studie zudenMittelmächtenundzuNS-Deutschland (EinzelveröffentlichungendesDeut- schenHistorischenInstitutsWarschau,36),Osnabrück2017,S. 261f.und465. 11 Rozporza˛dzenieNaczelnegoWodzaArmiiz7marca1915r.,dotycza˛cesprawwyznaniowych, in:DziennikRozporza˛dzen´ c. i k.Zarza˛duWojskowegowPolsce,Teil II, 11.03.1915. 12 Rozporza˛dzenieNaczelnegoWodzaArmii z7marca1915 r. (wieAnm.11),überBildungs- fragen, ebd. JanLewandowski160
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Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
Titel
Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen
Untertitel
Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
Autoren
Wolfram Dornik
Bernhard Bachinger
Stephan Lehnstaedt
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-1060-3
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
362
Schlagwörter
KUK, K.U.K, Habsburg, Monarchie, Österreich-Ungarn
Kategorien
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