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Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen - Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
Seite - 182 -
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Seite - 182 - in Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen - Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900

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© 2020, V&R unipress GmbH, Göttingen ISBN Print: 9783847110606 – ISBN E-Lib: 9783737010603 Kolonialkrieges, auchwennausSichtdesHistorikers starkeElementehybrider Kriegführung53 sowievon ,Stabilisierungsoperationen‘ (z.B.Entwaffnung,Ein- satz lokaler Sicherheitskräfte etc.) bemerkbar waren.Wennman in Feldpost- briefenaufAussagenwiedie folgende stößt: „Wir führeneinenKrieg,woman auf Gnade nicht hoffen darf; wir finden keinen Pardon, geben aber auch kei- nen“,54 ist dies sicherlich dempersönlichen Erleben des Feldzugsteilnehmers geschuldet und sollte nicht zwangsläufig in direktemKonnexmit dem strate- gischenGesamtzielderUnternehmunggesehenwerden;andererseitsfindensich aberauchimmerwiederWortmeldungen,diedaraufhindeuten,dassRaumund Bevölkerung Bosnien-Herzegowinas in puncto Zivilisation oder Kriegsrecht zumindest als Grauzone wahrgenommenwurden. Stellvertretend sei hier ein weiterer Feldpostbrief genannt, in dem es heißt: „So viel ist gewiß, daß ein roheres,entmenschteresVolk,alsdiehiesigenTürken,kaumdenkbarist.Dasist wahr, kämpfen undmuthig, ohne Furcht zu sterben wissen sie, die übrigen Bosniaken aber sind ein hinterlistiges Gesindel. Doch der Schrecken und der Zorn, welcher uns Alle überkam, als wirmit jedemneuen Tage erfuhren, auf welch’ unbegreiflichwilde Art die Türkenmit unseren gefallenen Leidensge- nossen, besonders abermit unserenVerwundeten […]verfuhren,mag als Er- klärung fürdieGefühledienen,welcheuns jetzt erfüllen.“55 Für die Etablierung der amerikanischenHerrschaft auf den Philippinen ist festzustellen, dass die Aufgabe der ,Zivilisierung‘ (im Sinne der „Bürde des weißen Mannes“56) für die protestantischen Führungsschichten der USA si- cherlicheinegewisseBedeutunghatte.EinVernichtungskrieg,wie ihnetwadas DeutscheReichpraktischzeitgleichinSüdwestafrikaführte,passte–sozynisch das angesichtsHunderttausender toter Filipinos klingenmag–nicht indieses Konzept.SenatorKnuteNelsonausMinnesotananntealsgrößtenSegenderUS- amerikanischen Besetzung des philippinischenArchipels nicht Infrastruktur- projekteodergerechtereGesetze,sonderndieTatsache,dassmandie ,Rebellion Aguinaldos‘niedergeworfenundsomitdieFilipinosvorderTyranneieinesihrer Landsleute bewahrt hätte.57 Theodore Roosevelt sprach der Bevölkerung der 53 Ichbeziehemichhier auf einemoderneDefinitionvonhybriderKriegführungbei John J. McCuen,HybridWars, in:MilitaryReviewMarch/April 2008, S. 107–113.McCuendeutet den hybriden Krieg hier als Kombination konventioneller und asymmetrischer Vorge- hensweisenmit demHauptziel, einGebietmilitärisch zu sichern, zu stabilisierenunddie UnterstützungderEinwohnerschaft zugewinnen. 54 InnsbruckerNachrichten204(06.09.1878), S. 5. 55 LinzerVolksblatt 195 (25.08.1878), S. 2. 56 DerBegriffbeziehtsichaufdas1899vonRudyardKiplingverfassteGedichtTheWhiteMan’s Burden, in dem die ,Zivilisierung‘ angeblich rückständiger Ethnien als schwierige, aber notwendigeAufgabederangelsächsischenKulturendargestelltwurde. 57 NorbertoBarreto, ImperialThoughts.TheUSCongressandthePhilippineQuestion,1898– 1934,StonyBrook2007,S. 208f. MartinGabriel182
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Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
Titel
Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen
Untertitel
Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
Autoren
Wolfram Dornik
Bernhard Bachinger
Stephan Lehnstaedt
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-1060-3
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
362
Schlagwörter
KUK, K.U.K, Habsburg, Monarchie, Österreich-Ungarn
Kategorien
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