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Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen - Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
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© 2020, V&R unipress GmbH, Göttingen ISBN Print: 9783847110606 – ISBN E-Lib: 9783737010603 KriegsplänederMittelmächte fürOstmitteleuropa: ,pangermanische‘Ziele? DasprimäreKriegsziel derMittelmächtewar1914dieErhaltung ihrerStellung gegenüberder Entente –durchderen strategische Schwächung– sowie die Si- cherung der als prekär wahrgenommenen ExistenzÖsterreich-Ungarns. Im IdealfallsollteDeutschland(unterengerzumindestwirtschaftlicherVerbindung mitderHabsburgermonarchie)denStatuseinesWeltreichsnebenGroßbritan- nien, Russland und denUSA erlangen.37 EinWeg hin zu dieser verbesserten Stellung imMächtesystemwar jenseits des Schlieffenplans–der eher einOpe- rationsplanalseinStrategiekonzeptwar–abernichtüberlegtworden;mankann daher vomweitgehenden Fehlen eines echten Strategieplans sprechen.38Den offensivstenAspektderPlanungenaufSeitenderMittelmächtebildetediePolitik derk.u.k.-MilitärführungunterGeneralstabschefConradvonHötzendorf vor allemgegenüberSerbien, dasüberwiegendoder sogar ganzannektiertwerden sollte, um seinen destabilisierenden Einfluss auf die Südslawen innerhalb der Monarchie zu eliminieren.Dies hätte allerdings auch einebedeutendeVergrö- ßerung des slawischen Bevölkerungsanteils bedeutet. Diese von Conrad und anderen beförderten Ideen waren demnach zwar expansionistisch, aber kei- nesfalls ,pangermanisch‘; zugleichbegab er sichdamit in einenGegensatz zur ungarischenTeilregierung.39AnaloghierzulassensichaufdeutscherSeiteweder BethmannHollwegs Septemberprogrammnoch später folgende amtliche oder regierungsnaheNeuordnungsplänewieFriedrichNaumanns ,Mitteleuropa‘ als alldeutschcharakterisieren.40AuchfandendiepraktischvomerstenKriegstagan unerbeten eingereichten annexionistischen Denkschriften der Alldeutschen, aberauchandererGruppennurbegrenzteResonanz.FürdieReichsleitunghatte grundsätzlich die Schaffung einer verbesserten strategischen Position bezie- hungsweise einer Hegemonialstellung inMitteleuropa Vorrang; direkte terri- toriale Forderungen spieltendabei allenfalls eine flankierendeRolle.Nachder unerwartetenSchwerpunktverlagerungnachOsten1915zeigte sichgeradebe- züglich Polens, dass diemilitärischeKontrolle der Regionnoch keinenpoliti- 37 Vgl. SönkeNeitzel,WeltmachtoderUntergang.DieWeltreichslehre imZeitalterdes Impe- rialismus,Paderborn2000,S. 117–188. 38 Dies scheint zumindest z.T. seinenGrund in einer fatalistischenWahrnehmungderdeut- schenMittellage gehabt zu haben, die die Möglichkeiten strategischer Planung a priori begrenzte. Vgl. Gerhard P. Groß, Mythos und Wirklichkeit. Geschichte des operativen Denkens imdeutschenHeer vonMoltked.Ä. bisHeusinger,Paderborn2012,S. 7–27. 39 Vgl. Günther Kronenbitter, ,Krieg im Frieden‘. Die Führung der k.u.k.Armee und die GroßmachtpolitikÖsterreich-Ungarns1906–1914,München2003,S. 398–406. 40 Vgl.JensBoysen,WarAimsandWarAimsDiscussions(EastCentralEurope),in:1914–1918- online. InternationalEncyclopediaof theFirstWorldWar,DOI:<10.15463/ie1418.10275> (zuletzt abgerufenam30.06.2017). Mitodergegenden ,Pangermanismus‘ 205
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Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
Titel
Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen
Untertitel
Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
Autoren
Wolfram Dornik
Bernhard Bachinger
Stephan Lehnstaedt
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-1060-3
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
362
Schlagwörter
KUK, K.U.K, Habsburg, Monarchie, Österreich-Ungarn
Kategorien
Geschichte Vor 1918
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