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Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen - Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
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Seite - 207 - in Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen - Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900

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© 2020, V&R unipress GmbH, Göttingen ISBN Print: 9783847110606 – ISBN E-Lib: 9783737010603 Politik imGeneralgouvernementWarschau betraf auch die deutsche Bevölke- rung in Kongresspolen, deren Erwartungen bezüglich einer bevorzugten Be- handlungalsKonationaledurchdasReichgrundlegendenttäuschtwurden.44 DieMittelmächte inderpolnischenWahrnehmungund Zukunftsplanungbis1918 Auch auf polnischer Seite kam es während des vierjährigen Krieges zu fort- dauernden Überlegungen über die eigene Positionierung gegenüber den Großmächten. Grundsätzlich bestand nicht nur die gesetzliche Pflicht zum Kriegseinsatz, sondern viele Polen empfanden durchaus genuine Loyalität für den jeweiligenMonarchen.DennochargumentiertenpolnischeParteienvertre- ter vorallemmitdemerwartetenNutzendesKriegseinsatzes fürdiepolnische Sache, sofern sie nicht denKrieg primär als nationalesUnglück betrachteten. InKongresspolen zeigte die neoslawischePropaganda imSommer 1914 ge- wisse Effekte, indem zeitweise prorussische Sympathien aufkamen und die Mittelmächte als „Feinde des Slawentums“ bezeichnet wurden. Nicht zuletzt warbendieNationaldemokratenund andere Loyalisten damit, dass nurRuss- land alle historischen Teile Polens in einem autonomenVerband zusammen- fassenkönne.Hierdurch gerietenwiederumdie galizischenPolenwegen ihrer angeblichenKollaborationmitdem,Pangermanismus‘ indiemassiveKritikvor allemder loyalistischennationaldemokratischenundkonservativenKreise.Die so Kritisierten wiederum betonten, dass alleinÖsterreich ein geeintes Polen herzustellen gewillt und imstande sei.45 Typischerweise wurden eventuelle SympathienfürÖsterreichaberwederinGaliziennochinKongresspolenaufdas Deutsche Reich übertragen. Dieses galt, anders als die ,weiche‘ Habsburger- monarchie, als harte, eigenständige Großmachtmit der Bereitschaft zu gege- benenfalls rücksichtslosemVorgehen,dermanechteSympathien fürdiePolen nicht abnahm. Prorussische Haltungen waren gleichwohl in Galizien auf die Nationaldemokratenundandere rechteParteienbeschränktundverloren sich weitgehendangesichtsderrussischenBesatzungspolitikvon1914/15.Aberauch inKongresspolenwar esmit der prorussischen Stimmungangesichts des rus- sischenRückzugsabMitte1915weitgehendvorbei.PraktischeBedeutunghatte derpanslawischeGedankenochamehestenbeiderWerbungvonSoldaten für Weltkriegen.EinevergleichendeStudiezudenMittelmächtenundzuNS-Deutschland,Os- nabrück2017. 44 Als zeitgenössischen Ausdruck dieser Stimmung siehe Adolf Eichler, Das Deutschtum in Kongreßpolen,Stuttgart1921. 45 Vgl.Thakur-Smolarek,DerErsteWeltkriegunddiepolnischeFrage(wieAnm.28),S. 34f.u. 43. Mitodergegenden ,Pangermanismus‘ 207
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Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
Titel
Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen
Untertitel
Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
Autoren
Wolfram Dornik
Bernhard Bachinger
Stephan Lehnstaedt
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-1060-3
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
362
Schlagwörter
KUK, K.U.K, Habsburg, Monarchie, Österreich-Ungarn
Kategorien
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