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Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen - Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
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© 2020, V&R unipress GmbH, Göttingen ISBN Print: 9783847110606 – ISBN E-Lib: 9783737010603 Die Idee führte in Ungarn zu politischen Auseinandersetzungen, die als ,ungarischer Kulturkampf‘ bekannt sind.33Die hohe katholische Kirchenhier- archiepositioniertesichdabeiwenigpolitisch:DieungarischenBischöfewaren zu staatsloyal, als dass sie eine staatliche Initiative scharf verurteilen hätten wollen/können. Fürdiese lascheHaltung rügtederHeilige Stuhl sie. PapstLeo XIII. rief –mit der EnzyklikaConstantiHungarorum (1893) – die ungarische Kirche zumWiderstand auf.34 Die katholische Öffentlichkeit formierte sich daraufhin als politische Akteurin, etwamit der Gründung der supranational konzipierten, gesamtungarischenKatholischenVolkspartei.DerniedereKlerus mobilisierte die Bevölkerung gegen die staatliche, wie auch die kirchliche Hierarchie. MoritzCs#kystellt inseinerMonographieüberdasThemajedochinfrage,ob sich diese Periode in der Tat als ein gesamtgesellschaftlicher, breiter ,Kultur- kampf‘, wie dies imDeutschen Reich oder in Frankreich anzutreffenwar, zu betrachten sei. Die Gesetze entstanden nämlich eher aus administrativ-prag- matischenGründen,dieRegierungspolitik richtete sich sonstkeinesfalls gegen die gesellschaftliche und staatsrechtliche/staatliche Position der sowieso staatsloyalenkatholischenKirche.35Cs#kysprichtdeswegenstatt ,Kulturkampf‘ von„kirchenpolitischenReformen“,mit denen letztendlich eine vollkommene Staat-Kirche-Trennungnur im familien-undeherechtlichenBereichvollzogen wurde.36 Säkularisierungals ,Magyarisierung‘? Diekroatisch-slawonischenpolitischenKreiseverfolgtenimmerhinmitgroßem Interesse die diesbezüglichenDebatten inBudapest, und sie hegtendabei ein- deutige Sympathie für die klerikalen und antisemitischen Meinungen.37 Die nationalistischen Kreise Kroatiens nahmen dieMöglichkeit einer Zivilehe als eine gleichzeitig anti-kroatische und anti-katholische Bedrohung wahr.38 Ei- 33 Robert Nemes, The Uncivil Origins of Civil Marriage: Hungary, in: Christopher Clark/ WolframKaiser (Hg.), CultureWars. Secular-Catholic Conflict inNineteenthCenturyEu- rope,Cambridge2003, S. 313–335,hierS. 313. 34 Cs#ky,DerKulturkampf inUngarn(wieAnm.25), S. 96. 35 MoritzCs#ky,DiekatholischeKircheundderliberaleStaatinUngarnim19. Jahrhundert,in: Ungarn-Jahrbuch1973,S. 117–131,hierS. 129. 36 Cs#ky,DerKulturkampf inUngarn(wieAnm.25), S. 105ff. 37 Marija Vulesica, Die Formierung des politischen Antisemitismus in den Kronländern KroatienundSlawonien1879–1906,Berlin2012,S. 148ff. 38 Mario Strecha,Oprocesupolitizacije katolicizmauBanskojHrvatskoj potkraj 19. stoljec´a [Über den Prozess der Politisierung des Katholizismus im Banus-Kroatien Ende des 19. Jahrhunderts], in:BosnaFranciscana (2007), S. 91–125,hierS. 100ff. PéterTechet304
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Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
Titel
Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen
Untertitel
Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
Autoren
Wolfram Dornik
Bernhard Bachinger
Stephan Lehnstaedt
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-1060-3
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
362
Schlagwörter
KUK, K.U.K, Habsburg, Monarchie, Österreich-Ungarn
Kategorien
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