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Vor 1918
Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen - Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
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© 2020, V&R unipress GmbH, Göttingen ISBN Print: 9783847110606 – ISBN E-Lib: 9783737010603 erlaubten.Dochwie schonvorKriegsausbruch augenfällig erscheinen dieDe- battenbeiträge eher reaktivalsproaktiv,wie etwadie vermeintlichen südslawi- schen ,Hausaufkäufe‘ zeigen. Loyalitätsbekundungen zum Kaiserhaus, zur Monarchie oder zur Aufrechterhaltung der Kampfmoral bis zum Sieg fehlen vollständig.EntwederhattendieGemeinderäteKriegundMonarchiebereits für verloren erklärt, oder sie erwarteten sichdurch solcheBekundungenkeinerlei Zuspruchder von ihnenvertretenenBürgerschaft vonGraz. Conclusio Schlusspunktder vorliegendenBetrachtungen istderNovember1918. ,Kriegs- bürgermeister‘ Fizia übergab sein Amt am 14. Juni 1919 dem an diesem Tag angelobtenneuenBürgermeisterVinzenzMuchitsch.60ZwarwarGrazdamitseit 1919 sozialdemokratisch regiert, doch die Ausgestaltung der Stadtjubiläums- Feierlichkeiten 1928, der von Graz ausgehende Pfrimer-Putsch 1931 und die turbulentenWochenvordem,Anschluss‘1938weisenaufKontinuitätsliniender deutschnationalenDiskursebisweit ins20. Jahrhunderthin. Der isolierte Blick auf Hegemoniediskurse in den deutschnationalen bür- gerlichenMilieusderHauptstadtdesKronlandesSteiermarkzwischen1880und 1918 legt den Schluss nahe, dass wir es auch im homogenenGrazmit einem langfristigen,kollektivenEntfremdungsprozess‘dergesellschaftlichenGruppen zutunhaben.DiekommunaleFührungselitevonGraz–ganz imGegensatzzur bürokratischen oder militärischen der Monarchie – folgte im untersuchten Zeitraumnie einemmonarchischenKonsens.Vielmehr fühlte sie sichnational übergeordnetundbrachtedies ineinemkolonialenSendungsbewusstseinzum Ausdruck. Ein imperialer Ausgleich zur Stärkung des übernationalen Zusam- menhaltes fehlte. DochwoherkommtdiesenationaleKonfliktbereitschaft in einer sprachlich undreligiös sohomogenenStadtwieGraz?UndwarumsetztederProzessder nationalenRadikalisierungschoninden1880er-Jahrensovehementein–gerade in gesellschaftlichenGruppen, die vomvorangegangenen ,Boom‘ profitierten? Einer derGründe ist gerade in ebendiesemwirtschaftlichenunddemographi- schen ,Erfolg‘ zu sehen: Insbesondere ab etwa 1850 verstärkte sich der Zuzug undhieltmit kurzerUnterbrechungbis zumEndedes Jahrhunderts an.Hinzu kamenHerausforderungenaufderMakroebene,wiedieZweiteGlobalisierung, dieVerunsicherungdurch technischeBeschleunigung, dieVeränderungendes deutschnationalenDiskursesnach1866oderdieEffektedesdemographischen 60 SteiermärkischesLandesarchiv, StatthaltereiPräsidium,ZahlA5b-207/1912,Bürgermeister derStadtGrazandasPräsidiumdersteierm.Landesregierung, 14.06.1919,S. 303. WolframDornik330
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Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
Titel
Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen
Untertitel
Nationalismen und Rivalitäten im Habsburgerreich um 1900
Autoren
Wolfram Dornik
Bernhard Bachinger
Stephan Lehnstaedt
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-1060-3
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
362
Schlagwörter
KUK, K.U.K, Habsburg, Monarchie, Österreich-Ungarn
Kategorien
Geschichte Vor 1918
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