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Nach 1918
Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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156 6 Raum ben.DieLeitung ist seit jeherarisch,dieZahlderausgeschiedenen Juden ist imVergleich zurMitgliederzahl eine verschwindendkleine.“185 NebendenFunktionärenwurdenauchalle jüdischenMitglieder ausdemVer- einausgeschlossen.Wie vieleMitglieder entferntwurden, lässt sich inErman- gelung von historischen Mitgliederverzeichnissen nicht feststellen. Ein Indiz für einengroßenVerlust vonMitgliedernkönnteeineAnzeigederTennissekti- on sein, in der die „neu strukturierte“ Sektion bereits imMärz 1938 umneue Mitgliederwirbt.186 Von der Eliminierung aus demVereinslebenwaren unmittelbar nachdem Anschluss 19aktivebzw.ehemaligeFunktionärebetroffen.Viervon ihnenver- starben altersbedingt nach demMärz 1938. Vier weitere Personen lebten im Sommer 1938noch inWien. Ihrweiteres Schicksal ist gegenwärtignochuner- forscht. Acht Personen, darunter Karl Hochmann, der mit seiner Gattin via Frankreich zu seinem schon seit 1937 in den USA befindlichen Sohn Arthur ausreisenkonnte,187 gelangdieFlucht ausWien. Zwei der ehemaligenFunktionäre derVienna fielender nationalsozialisti- schenVerfolgung zumOpfer.Der jüdischeFuhrunternehmerundPferdehänd- lerRudolfGrünwaldhattesichimVereinalsKassierbetätigtundwar langjähri- ger Leiter der Fußballsektion gewesen. NachdemdieVienna imSommer 1914 ausder oberstenSpielklasse abgestiegenwar undder Spielbetrieb infolge der Kriegsbelastungeneingestelltwerdenmusste, hatte er ab 1916dieReorganisa- tion der Fußballsektion übernommen. Unter seiner Leitung konnten die Döb- lingerwieder amSpielbetrieb teilnehmenundab 1919/20gelangdieRückkehr in die oberste Spielklasse. Bis Anfang 1926 stand Grünwald der blau-gelben Fußballsektion vor.188Darüberhinausbetätigte er sich auchals Finanzier sei- nes„Herzensvereins“.189NachdernationalsozialistischenMachtergreifungge- lang ihmdie Flucht ausWiennichtmehr. Rudolf Grünwaldwurde am9. Juni 1942 nach Maly Trostinec deportiert und dort am 15. Juni 1942 ermordet.190 Seine letzteAdresse inWienwardas inunmittelbarerNähezurSpielstätteder Vienna gelegene IsraelitischeBlindeninstitut auf derHohenWarteNr. 32, das 185 Sport-Tagblatt (24.3.​ 1938) 4. 186 Sport-Tagblatt (23.3.​ 1938) 5. 187Wiener Stadt- und Landesarchiv, Historische Meldeunterlagen, Meldeabfrage B-MEW- 78637/2014vom21.April 2014. 188 Sport-Tagblatt (21. 1.​ 1926) 3. 189 JohnBunzl (Hg.), HoppaufHakoah. Jüdischer Sport inÖsterreich. VondenAnfängenbis indieGegenwart (Wien 1987) 44. 190 DokumentationsarchivdesösterreichischenWiderstandes(DÖW).NamentlicheErfassung derösterreichischenHolocaustopfer:Shoah-Opfer,EintragzuRudolfGrünwald,www.doew.at.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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