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Nach 1918
Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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Sportpresse und Sportberichterstattung 1918–1938 161 Salon, das Sporttreiben als adeliges Freizeitvergnügenbetrachteten, hatte Sil- bererdenmodernenbürgerlichenSport indenUSAkennengelerntundpropa- gierte ihnnachseinerRückkehrgleichermaßenalsAktiverwie ebenalsSport- publizist.4 Schon vor 1900 stieg auchderUmfangder Sportrubriken in vielen Tageszeitungen deutlich an. Die inÖsterreich verzögert einsetzende Entwick- lungeiner „Massenpresse“,die 1899durchdieAbschaffungderStempelsteuer einsetzte,5 erfolgte fast zeitgleichmit der Ausweitungmoderner Sportpraxen undlösteeinenmassivenZuwachsderSportpublizistikzumindest inWienaus. DieAllgemeineSport-Zeitung, die für etwa20 JahrenichtnurdasMaßaller Dinge imSportjournalismuswar, sondern ihrerseitsdieWeiterentwicklungdes mitteleuropäischen Sportgeschehens befördert hatte, verlor zu Beginn des Jahrhunderts ihren führenden Status. Sportberichte sollten zunehmend kurz, spektakulär undmöglichst aktuell sein:6 DieMeldung über ein Sportereignis bedeutetenicht länger einenBerichtüberdasFreizeitvergnügeneinerMinder- heit, sondern hatte dessen Unterhaltungsfunktion für die Massen zu berück- sichtigen.7 Der Sportjournalismus begann sich noch vor 1914, aber dann speziell ab 1918 als eigenes Berufsfeld zu etablieren. Die Sportberichterstattungwurde in den1920er-Jahrenzunehmendausdifferenziert:SokamkeinMediumderaktu- ellenTagespressemehrohneSportteil aus,wobeidasSportressort (ebensowie derLokalteil)oftalsSprungbrett für jungeKollegenangesehenwurde,diesich dort bewähren und dann erst in die „wichtigen“ Ressorts wechseln sollten. Anders lief es im Bereich der Sportfotografie, die mitunter zur bevorzugten, aber selten zur einzigen Einnahmequelle vonPressefotografen undFotoagen- turenwurde.8 Die Sportseiten derMassenpresse lieferten primär aktuelle Informationen über die Ereignisse und konzentrierten sich fast ausschließlich auf den Spit- 4 RudolfMüllner, Sport undMediatisierung. Österreich vor 1900. In: ArndKrüger,Wolfgang Buss (Hg.), Transformationen,KontinuitätenundBrüche inder Sportgeschichte I (Hoya 2002) 84–92. 5 GabrieleMelischek, Josef Seethaler, Von der Lokalzeitung zur Massenpresse. Zur Entwick- lung der Tagespresse imösterreichischen Teil der Habsburgermonarchie nach 1848. In: Jahr- buch fürKommunikationsgeschichte 7 (2005), 52–92, hier 53. 6 MinasDimitriou, Historische Entwicklungstendenzendes internationalenMediensports. In: Thomas Schierl (Hg.), HandbuchMedien, Kommunikation und Sport. Beiträge zur Lehre und Forschung imSport (Schorndorf 2007) 42–54, hier 45. 7 MinasDimitriou, Historische EntwicklungstendenzendesMediensports. In:Marschik,Müll- ner,Mediatisierung, 25–37, hier 30. 8 Rolf Sachsse, Angerers Fechtstudio, Rübelts Fußballballett undKruckenhausers Skischule. Anmerkungen zurGeschichte der österreichischen Sportfotografie. In:Marschik,Müllner,Me- diatisierung, 98–107.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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