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Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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166 7 Sport in den Medien tungstalentdesReportersSpannungerzeugenkönne.15Technischeundgestal- terische Innovationenmachten denRadiosport, vor allemÜbertragungen von OlympischenSpielenundvonFußballmatches, zupopulärenEreignissen,wie paradigmatisch an der öffentlichenÜbertragung des „Jahrhundertspiels“ von ÖsterreichsFußballerngegenEngland imDezember 1932 abzulesenwar.16 SolässtsichalsoschonfürdieZwischenkriegszeitdieExistenzeinesSport- Medien-Komplexes nachweisen, denn eswarennicht zuletzt die Journalisten, diedemMassensport, inWienalsoprimärdemFußball, „dieAufmerksamkeit derMassenwieder Eliten verschafft haben“. Schon fürdie 1920er-Jahre kons- tatiert AlfredPfoser, „Fußball ohne Journalismus [ist] undenkbar, sie leben in Abhängigkeit und verhelfen einander zu jenen Sensationen, die ihre Existenz begründen“.17 Gegenseitige Abhängigkeiten, indem einerseits Sportberichte dieAuflagenbzw.ReichweitenderMedienerhöhten,andererseitsderSportauf dieAnkündigungundBewerbungdurchdieMedienangewiesenwaren, lassen sich spätestens inden 1920er-Jahrenkonstatieren. „Jüdische“Sportpresse? Der„Anschluss“ imMärz 1938hattenichtnuraufdenSport, sondernauchauf den Sportjournalismus massiven Einfluss: In einem ersten Schritt waren im Zuge „wilder“ Säuberungen zahlreiche jüdische Journalisten „entfernt“ wor- den, deren Zahl laut Fritz Hausjell gerade im Sportjournalismus besonders hochwar. Betroffenwarenvor allemdieBlätter des Steyrermühl-Verlages, der auch das Sport-Tagblatt herausgab und binnen kurzem allein 26 jüdische Re- dakteure entließ.18 Auch in derRAVAG erfolgten die Zugriffe auf jüdische Re- dakteure außerordentlich rasch.19 15 TheodorVenus, Sport imRundfunk.Die Entwicklungder aktuellenSportberichterstattung imösterreichischenHörfunk 1924–1938. In:Marschik,Müllner,Mediatisierung, 67–76, hier 69. 16 MatthiasMarschik,DieGeburt derNation ausdemUnterseekabel. EineMomentaufnahme ausÖsterreichsRundfunkgeschichte. In:Medien&Zeit 19,H. 3 (2004) 16–24. 17 Alfred Pfoser, Der Sportessayist der 1920er Jahre. Emil Reich (1884–1944). In:Marschik, Müllner,Mediatisierung, 139–148, hier 139. 18 FritzHausjell, „DieundeutschenundzersetzendenElemente inÖsterreichsPressewerden in kürzester Zeit restlos ausgemerzt sein“. In: OliverRathkolb, WolfgangDuchkowitsch, Fritz Hausjell (Hg.),Die veruntreuteWahrheit.Hitlers Propagandisten inderOstmark ’38 (Salzburg 1988) 183–197, hier 187. 19 Theodor Venus, Von der RAVAG zum ReichssenderWien. In: Emmerich Tálos, ErnstHa- nisch, Wolfgang Neugebauer, Reinhard Sieder (Hg.), NS-Herrschaft in Österreich. Ein Hand- buch (Wien 2000) 597–626.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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