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Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Seite - 172 -
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172 7 Sport in den Medien abhängigvomkonkretenAnlass–auchdieengenVerbindungenundwechsel- seitigen Abhängigkeiten zwischen Vereinen und Medien: Auf unangenehme Zeitungsartikel reagierenVereinebisweilenmitVerweigerungvonkostenlosen Pressekartenoder sogarPlatzverboten für bestimmte Journalisten. Die Problematik der (Un-)Vereinbarkeit wurde offenbar auch im Fußball- verbanddiskutiert.RichardSoukup, Journalistdes IllustriertenSportblattsund Herausgeber des nicht selten antisemitisch argumentierenden Satireblatts Sport-Papagei,nutztedas zueinerPolemikgegenHugoMeisl: „Ich lesedieBerichteüberdieSitzungendesVerbandesprinzipiellnur sehr flüchtig.Und dochglaube ichmicherinnernzukönnen,daßeinmalbeschlossenwurde,daßSportjour- nalisten imVerband keine Funktion haben dürfen oder besser gesagt, daß Funktionäre desVerbandessichnicht journalistischbetätigendürfen.Nunweiß ichausbesterQuelle, daß Herr Hugo Meisl, wenn ich nicht irre, Verbandskapitän und somit Funktionär des Verbandes ist, demRedaktionsstabdes ‚NeuenWiener Journals‘ angehört. Vielleicht fin- det jemand den Mut, die Angelegenheit in einer der nächsten Verbandssitzungen zur Sprache zubringen ...“38 Dass derartige Fragenbreit thematisiertwurden, zeigt, dass dieVereinsaktivi- täten etlicher Sportjournalisten keineswegs die einzige Verbindung zwischen diesen beiden Feldernwaren. Die Führung der Verbände undVereinewar in der Zwischenkriegszeit in weit größerem Ausmaß als heute auch Inhalt von Medienberichten zumThemaSport. Das begann schon damit, dass die Sport- blätter, aberauchmancheTageszeitungen regelmäßigüberdieVorstandswah- lendergroßenVereine, besondersderFußballklubs, berichtetenundauchdie Listender gewähltenMitglieder publizierten, sodassdieÖffentlichkeit gut da- rüber informiertseinkonnte,werbeidenSpitzenklubs imVorstandsaß.Mitun- terwurdeaberauch, speziellwennesKontroversengab,überdiedenWahlen vorausgehenden Diskussionen und verschiedenen Standpunkte geschrieben. Nichtnur imSport-TagblattgehörtenBerichtevonGeneralversammlungenzum jährlich wiederholten inhaltlichen Repertoire. Auch in anderen Zeitungen konntemannichtseltenBerichteüberVereinsinternaoderübereinzelneFunk- tionsträger lesen. Insofern verwundert es nicht, dass auch die Rollen und Aufgaben der Funktionäre generell immer wieder thematisiert wurden. Wurde gerade bei kleineren Sportklubs ein stärkeres Engagement des Vorstandes eingefordert, der fürdasWohlundWehe seinesKlubsverantwortlich zeichnete, veränderte sichdie Einstellung vieler Journalistenbezüglichder professionellen Fußball- klubsspeziell inderMitteder 1920er-Jahregravierend:Hierwurdevielfachein 38 Illustriertes Sportblatt (28.3.​ 1925) 8.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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