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Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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176 7 Sport in den Medien taucht noch eine neue Adresse in der Eckpergasse im 18. Bezirk auf, danach verschwindetEmilReichauchausdem„Lehmann“.49VerifizierbareDaten fin- den sich erst wieder für die Zeit nach dem „Anschluss“: Emil Reich arbeitete zunächst alsWienerKorrespondent der JüdischenRundschau, vonMai bisNo- vember1938dannalsRedaktionsleiterderWienerZionistischenRundschauund inder Folgedes JüdischenNachrichtenblattesder IsraelitischenKultusgemein- de.50 Die letzte Nachricht zu Reich findet sich auf seinemMeldezettel: „1. 10.​ 1942. Verzogen [nach] Theresienstadt mit Gattin“. Im Juni 1962 wurde Reich, ebensowieseineFrau,die inKischinew(Chişinău)geboreneMarieKrywopisky, für tot erklärt.51 In unseremKontext ist es aber wohl gar nicht sowesentlich, Reichs Vita imDetail zu rekonstruieren. ImMittelpunkt sollen die Texte stehen, in denen sich ein – jüdischer – Autor mit dem jüdischen Sport, primär dem Fußball- sport, auseinandersetzte.AlfredPfoser hat sich fundiertmit denArtikelnEmil Reichsbeschäftigt:Ernennt ihneinen„kundigen,soziologischgeschultenGui- de“durchdie Sportkulturender 1920er-Jahre, der unsmit großem Insiderwis- sen einen „analytischen Aufriss jener Bewegung“ liefert.52 Reich verwendete vor allem, aber nicht nur, die Geschehnisse im Fußballsport, umdas Phäno- men Sport begreiflich zu machen. Rückblenden in die Vergangenheit waren ihmdabei ebenso vonNutzenwieQuerverweise auf andere populärkulturelle Felder. Der sprachgewandte Schreiber nutzte populärwissenschaftliche Argu- mentationenebensowieAusflüge indieAlltagssprache,dieermitVorliebezur HinterfragungdesSportsverwendete.GesellschaftlicheAnalysen tratenneben die Untersuchung von Einzelphänomenen und der Stars des Sportspektakels. Reich argumentierte aufgeklärt, liberal, in gewissemSinnemodern, doch frei- lichmit engenGrenzen:Frauenfußball etwa lehnte er,mitdenüblichenmedi- zinischenundästhetischenArgumenten, rundwegab.53 Analysen des sozialen Feldes des Sports, Überlegungen zu den Sporthel- denundzumStarsystem,aberauchzurbreiterengesellschaftlichenBedeutung derSportkultur:Dasalles lässtvermuten,dasssichEmilReichauchmitFragen 49 LehmannsWohnungs-Anzeiger.Wiener Adreßbuch, Band 1 (Wien 1933) 1306; Lehmanns Wohnungs-Anzeiger.WienerAdreßbuch,Band 1 (Wien 1937) 1035. 50 KatrinDiehl,Die jüdischePresse imDrittenReich.ZwischenSelbstbehauptungundFremd- bestimmung (Tübingen 1997) 252–256;ReinerBurger, VonGoebbelsGnaden. „JüdischesNach- richtenblatt“ (1938–1943) (Münster/Hamburg/London2001) 99–104. 51WStLA, Bestand 2.5.1.4 –BPDWien:HistorischeMeldeunterlagen | (ca. 1880)–1904–1976, Meldezettel Emil Reich. 52 Alfred Pfoser, Der Sportessayist der 1920er Jahre. Emil Reich (1884–1944). In:Marschik, Müllner,Mediatisierung, 139–148, hier 139f. 53 EmilReich, Vroniwill Fußball spielen. In:NeuesWiener Journal (5.8.​ 1923) 13.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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