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Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Seite - 178 -
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178 7 Sport in den Medien Leistungen wie des Publikumsinteresses positiv aus. Allein die Funktionäre hättennichtmitgezogen:„[V]ielederVereinsmachersind inderVergangenheit nicht gescheit gewesenund jetzt noch immernicht gescheit geworden“. Trotz grundlegendveränderter Strukturen fehleweiterhindie „erforderliche Geschäftsklugheit […]. Dieselben Leute, die in den dunklen Gassen und Gäßchen des Scheinamateurismus die Geschäfte der Vereine in einer Weise besorgten, daßderFußballsportdemUnterganggeweiht schien,glaubenauch indenhellenStraßen desProfessionalismusdasVermögen ihrerVereineunddenKredit desFußballsports ver- wirtschaftenzukönnen […].Es isthöchsteZeit,daßsie sichalsVereinsmacherzurückzie- hen. Sie sollenZuschauerwerden.“ NachReichhättederSchein-AmateurismuswindigerGestaltenund fragwürdi- gerGeschäftebedurft,nunsäßendiedaringeübtenLeuteweiterhinamRuder. Dochunter denneuenVerhältnissenbräuchtendieKlubs „keineMacher, son- dern Geschäftsleute und erfahrene Praktiker. Heute sind weitblickende und kühlberechnendekommerzielleLeiter einerseitsund fachkundigeOrganisato- ren sowie sachverständige Techniker andererseits notwendig“. Dem Großteil derFunktionäresprachReichsowohldenSachverstandwiedasnötigeWissen undauchdieEnergie rundwegab.55 Der Verantwortungsbereich der Funktionäre beschränke sich allerdings nicht auf finanzielle und organisatorische Fragen, sondern umfasse auch die Sportmoral:DasbetreffedieEthikdesSpiels,vomWertdesSiegesbiszurTole- rierungdes Foulspiels, ebensowiedasVerhaltender ZuschauerInnen. Esum- fasse aber auch die Sportauffassung der Aktiven:WennWiener Fußballer, so Reich, imVergleichzujenenausanderenLändernweniger trainierten,weniger an der Perfektionierung ihrer Technik und Kondition feilten, dafür verstärkt dem Alkohol und der Abendunterhaltung zusprachen, dann sah er für eine Korrektur primär die Funktionäre in der Pflicht.56 Es sei vorrangig derenVer- schulden,wennausländischeSpieler fürhoheGagenverpflichtet, aberalsbald wieder heimgeschickt würden, worunter die Moral derWiener Aktiven leide, die ihreGehaltsdefizite zumAnlass fürweniger Leistungnähmen.57 Als Reich imSommer 1926, nach zwei JahrenProfibetrieb, eine kritischeBilanz zogund gravierendeVeränderungeneinforderte,betrafdiesgeradeauchdieFunktionä- re: „Sicherlich kann und soll auch am Spielergehaltsbudget erspart werden, aber dieses Sparenwird keinen Klub aus der ‚Schlamastik‘ reißen. Die ganze 55 EmilReich, Die Fußballvereinsmacher. In:NeuesWiener Journal (19. 10.​ 1924) 17. 56 EmilReich, DerWiener Fußball-Profi. In:NeuesWiener Journal (14.6.​ 1925) 17f. 57 EmilReich, Spezi’s Schicksal. In:NeuesWiener Journal (31. 1.​ 1926) 19.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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