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Nach 1918
Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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Case Study: Wiener Sport im Feuilleton 181 DemMeistertitel der Hakoah im Jahr 1925 widmete Reich einen eigenen Beitrag.Er lobtediezielstrebigeAufbauarbeitdesKlubsundbesondersdenab 1917 amtierenden (Vize-)PräsidentenArt(h)urBaar, der sofort begonnenhabe, einen eigenen Nachwuchs heranzuziehen und zu pflegen. Der Artikel zählte zwar die Sporterfolge derHakoah imÜberblick auf, in derHauptsachewar er allerdings eine Huldigung an „Doktor I. H. Körner“, der von Beginn anHerz undSeele des Klubs gewesen sei undder denVerein zu einer großenFamilie zusammengeführt habe. Nach einer detaillierten Schilderung der einzelnen BeiträgeKörners zumHöhenflugdesKlubs resümierteReich: „Ihre heutige Position, ihreAusdehnung, ihreGliederung in zahlreiche Sektionen, ihren Ruhm, als erste festländischeMannschaft drüben in England gespielt zu haben und als erstesmitteleuropäisches Teamnach demOrient gekommen zu sein, das alles verdankt die Hakoah nicht in letzter Linie dem Dr. Körner. Sie hat in den letzten Jahren einen grandiosenAufschwung genommen.Dr. Körner ist aber inzwischen in seiner zahnärztli- chenPraxis, die erst in zweiter Linienachden InteressenderHakoahkam,alles eher als weiter gekommen. Seine materielle Situation gleicht dank seiner Aufopferung für den Klub der von 1913. Es gibt nicht vieleMänner imWiener Fußballbetrieb, die sich durch solche selbstlose Hingabe an ihren Verein und an den Sportgedanken auszeichnenwie Dr. Körner.“66 BesondereBewunderungäußerteReichauchfürHugoMeisl:„Unserverdienst- voller Verbandskapitän“ habe sich, und das zu Recht, in allerWelt „restlose Anerkennung“ verschafft, während in Österreich „Nörgler und Besserwisser kleinlicheAnlässe zu lächerlichenKritiken benutzen“.Meisl sei, soReich, als Schiedsrichter wie als Trainer über jeden Zweifel erhaben, seine großen Ver- dienstehabeer aber auf sportpolitischemundauchaufpolitischemGebiet er- worben. Er habe als einer der wenigen „die völkerversöhnendeWirkung des sportlichenWettbewerbes“vollständigerkannt.„[D]ankdergeschicktenDiplo- matie“ des HugoMeisl als „Friedensunterhändler“ seien sportliche Kontakte zustande gekommen, die nicht nur „den Präliminar-Fußballfrieden zwischen EnglandundÖsterreich ineinendefinitivenverwandeln“würden,sonderndas gesamteNachkriegs-Europawiedernäher zusammenführenkönnten.67 Wiederholt lobte Reich die Aktivitäten und EntscheidungenHugoMeisls, derwohl die einzige Figur imWiener Fußball bleibt, die Emil Reich von jegli- cher Kritik verschont ließ. Reich schrieb aber auch in positiver Weise über Meisls BruderWilly, etwawenn er dessen Buch über die Olympischen Spiele 1928 ausführlich besprach: In diesem „glanzvollen, und dabei vornehmen 66 Emil Reich, Die Geschichte eines Fußballmeisters. In: NeuesWiener Journal (21.6.​ 1925) 17f. 67 EmilReich, Der Fußball-Diplomat. In:NeuesWiener Journal (23.6.​ 1923) 15f.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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