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Nach 1918
Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Seite - 182 -
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182 7 Sport in den Medien Werk“, das „ausgezeichnete sachlich, aber durchaus nicht trocken gehaltene BeiträgedererstenFachleuteenthält“, fändesicheineVielzahlvonHinweisen zur Bewältigung der „olympischen Krise“.68 Aber auchwenn es darum ging, einen„goodsportsman“zudefinieren, griffReichaufWillyMeisl alsExperten zurück.69 Die BrüderMeisl wurden für Reich nahezu zuGradmessern sportli- chenundmenschlichenErfolges. Resümee Emil Reich legte in seinen etwa 350 Fußballartikeln ein enormes Fachwissen an den Tag. Seine detaillierte Kenntnis vonGagen, TransfersummenundAb- schlagszahlungen, aber auch von Spieler- und Funktionärsbiografien findet man selbst in den Sportzeitungen sonst kaum. Zugleich verstand er es immer wieder,denSportund insbesonderedenFußball einwenigausderAußenper- spektive zu betrachten und in größere Kontexte zu stellen. Auf der anderen SeitewarereinJournalist,dernurallzugernpolemisierte,anprangerte,mitun- ter lobte undmeistens tadelte. Konsistenz der Aussagenund ein langfristiges Festhalten an einmal geäußerten Standpunktenwar seine Sache nicht, wenn sich ebendie Zu-undUmständegeändert hatten. IndiesemSinn istEmilReich, trotzalleranalytischenBlickeaufdasSport- und Fußballgeschehen, eine gewisse Volksnähe, eine populäre Sichtweise nicht ganz abzusprechen. Reich brachte zu Papier, wenn ihn ein Sachverhalt ärgerte, er konnte seinen grundsätzlich liberalen Ansatz schon einmal außer Acht lassen,wenner ihmauseinermomentanenKonstellationnichtmehrpas- send erschien. So gesehen waren seine Aussagen nicht jene eines über den DingenstehendenAnalytikers, sondernkönnenalsAusdruckzeitgenössischer Standpunkte aufgefasst werden. Objektivität ist, wie bei jedem Essayisten, nicht die oberste Priorität der Artikel von Emil Reich gewesen. Er versuchte Stimmungeneinzufangenundzukontextualisieren.DieExistenz jüdischerDif- ferenz als eine von ihm offenbar wahrgenommene, vorhandene Kategorisie- rung leugnete er dabei keineswegs. Sehr wohl versuchte er aber ihre gesell- schaftliche Relevanz in Abrede zu stellen: „Huber oder Kohn“ sei kein Kriteriumaufgeklärter Sportberichterstattung. 68 EmilReich, DieKommerzialisierungdesSports. In:NeuesWiener Journal (16. 12.​ 1928) 19. 69 EmilReich,Wer ist einSportsmann? In:NeuesWiener Journal (10.6.​ 1928) 22.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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